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Desperado-Konkurs«Wegen Pleite kann ich die Miete nicht mehr zahlen»

Noch im November hatte S. bei Desperado gearbeitet – dann kam der Konkurs. Auf ihren Lohn wartet die 27-Jährige vergeblich. Ihr fehlt das Geld für Krankenkasse und Miete.

von
S. Spaeth
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Die Restaurant-Kette Desperado musste am 25. November Konkurs anmelden.

Die Restaurant-Kette Desperado musste am 25. November Konkurs anmelden.

Desperado
Ein Teil der ehemaligen Angestellten bangt nun um ihren November-Lohn. Der Grund: Während die Festangestellen mit fixen Pensen den Lohn noch überwiesen bekamen, sieht es für die Stundenlöhner schlecht aus.

Ein Teil der ehemaligen Angestellten bangt nun um ihren November-Lohn. Der Grund: Während die Festangestellen mit fixen Pensen den Lohn noch überwiesen bekamen, sieht es für die Stundenlöhner schlecht aus.

20min
«Bei den Stundenlöhnern war die Abrechnungsperiode jeweils vom ersten bis zum letzten Tag im Monat. Meist kam der Lohn um den 4. des neuen Monats», erzählt die Mitarbeiterin S. im Gespräch mit 20 Minuten.

«Bei den Stundenlöhnern war die Abrechnungsperiode jeweils vom ersten bis zum letzten Tag im Monat. Meist kam der Lohn um den 4. des neuen Monats», erzählt die Mitarbeiterin S. im Gespräch mit 20 Minuten.

20min

Eigentlich hat sie gern für Desperado gearbeitet: im Schnitt seien es pro Monat etwa 120 Stunden gewesen, erzählt die Zürcherin S.* Das entspricht einem Pensum von 60 bis 80 Prozent. Die 27-Jährige hatte bei der Ende November in Konkurs gegangenen Restaurantkette mit gut einem Dutzend Filialen zwar einen fixen Arbeitsvertrag, angestellt war sie aber im Stundenlohn. Und das wird der jungen Frau jetzt zum Verhängnis.

«Bei den Stundenlöhnern war die Abrechungsperiode jeweils vom ersten bis zum letzten Tag im Monat. Meist kam der Lohn um den 4. des neuen Monats», erzählt S. Während die Mitarbeiter mit den festen Pensen den November-Lohn laut der Serviceangestellten vor dem Konkurs noch ausbezahlt erhielten, seien die Stundenlöhner leer ausgegangen. Die Desperado-Restaurants beschäftigten insgesamt rund 250 Personen. Laut S. war etwa ein Drittel davon im Stundenlohn angestellt. «Sie stehen alle mit nichts da.»

Ex-Mitarbeiterin fühlt sich im Stich gelassen

Mit Schrecken erinnert sich die gelernte Servicefachfrau an den 25. November, als es plötzlich hiess: «Es ist fertig, aus, vorbei.» «Unsere Besitzer haben aufgrund unserer finanziellen Lage entschieden, all unsere Firmen und Restaurants Konkurs zu melden», schrieb das Management damals in einem E-Mail ans Personal. Neun der zwölf Filialen blieben fortan geschlossen. Offen blieben jene, die im Franchising-System von Partner betrieben wurden.

S. fühlt sich vom Desperado-Management im Stich gelassen: «Dass wir als Stundenlöhner kein Geld für den November erhalten, wurde nicht mal kommuniziert.» Und der Geschäftsführer ihres Restaurants habe auch keine Informationen. In einem E-Mail vom CEO und der HR-Chefin ans Personal hiess es betreffend «weiteres Vorgehen» lediglich, dass weitere Schritte durch die Ämter erfolgten und demnächst eine Infoveranstaltung des Konkursamtes stattfinde.

Warten aufs Geld

Die 27-Jährige hat einen Marathon durch die Amtsstellen hinter sich: «Ich war beim Konkursamt, bei der Arbeitslosenkasse und bei der Wohngemeinde», erzählt S. Ihr wurde mitgeteilt, dass sie wohl Anspruch auf eine Insolvenzentschädigung habe. Diese staatliche Versicherungslösung tritt dann in Kraft, wenn ein Arbeitgeber pleite ist, die geschuldeten Löhne aber ausbleiben und dadurch die Existenz der Mitarbeiter gefährdet wird.

«Bis ich Geld sehe, dürfte es wegen des Verfahrens nächstes Jahr werden», sagt S. Angespartes hat die Serviceangestellte keines: «Ich hatte nie finanzielle Reserven. Und privat habe ich auch keine Möglichkeit, dass mir jemand Geld leiht.» Allenfalls werde ihr die Wohngemeinde etwas Geld vorschiessen, erzählt S. Die Situation ist für die junge Frau sowieso beklemmend: «Ich weiss nicht, wie ich Ende Monat die Wohnung und die Krankenkasse bezahlen soll.» Derzeit ist die 27-Jährige hauptsächlich auf Stellensuche und versucht, «sparsam zu leben». Nächste Woche hat S. zwei Vorstellungsgespräche.

20 Minuten ist es nicht gelungen, mit dem Management der Desperado-Gruppe in Kontakt zu treten. Per E-Mail wurde auf das Konkursamt verwiesen.

*Name der Redaktion bekannt

Die Gäste in einem der noch offenen Desperado-Restaurants äussern sich zur Situation

Diese Desperado-Filiale gibt es noch

Gestern mussten 9 von 12 Desperado-Filialen schliessen. Eine der verbleibenden ist in Zürich. Wie die Stimmung im Restaurant ist, siehst du im Video
(Video: G. Brönnimann, F. Naef)

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