Nach Brandstiftung: «Wegen Schulden hat man es auf mich abgesehen»
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Nach Brandstiftung«Wegen Schulden hat man es auf mich abgesehen»

Am Dienstagmorgen hat es in einem Keller in Wittenbach SG gebrannt. Der Brand wurde offenbar absichtlich gelegt. Bereits in der Vergangenheit kam es zu Angriffen.

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maw

Die Kapo St. Gallen nimmt Stellung zum Brand und der Vorgeschichte. (Video: maw)

Die Kantonspolizei St. Gallen wurde am Dienstagmorgen über einen Brand informiert. Ein Keller in einem Mehrfamilienhaus in Wittenbach hat gebrannt. Der Brand konnte von der örtlichen Feuerwehr und der St. Galler Berufsfeuerwehr gelöscht werden. Unterstützt wurde die Feuerwehr von mehreren Patrouillen der Kantonspolizei St. Gallen.

«Nach ersten Erkenntnissen müssen wir stark von Brandstiftung ausgehen», sagt Florian Schneider, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen. Der Schaden könne noch nicht beziffert werden.

«Wir kriegen dich»

Die Anwohner und Nachbarn sind geschockt und verängstigt. Das waren sie bereits vor dem Brand. «Das ist nicht der erste Vorfall. Jemandem wurden kürzlich die Kleider in der Waschküche zerschnitten und es wurden Schmierereien im Treppenhaus angebracht», sagt ein Mann vor Ort. In roter Farbe hat jemand «stirb» und «wir kriegen dich» an die Wände geschrieben. Zudem wurde ein Briefkasten angezündet.

«Diese Taten richten sich alle gegen einen Hausbewohner», sagt ein Nachbar. «Das und nun der Brand, da macht man sich als Unbeteiligter schon Sorgen um das eigene Wohl», so der Mann weiter.

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In einem Kellerabteil in Wittenbach hat es am Dienstagmorgen kurz vor 6.30 Uhr gebrannt.

In einem Kellerabteil in Wittenbach hat es am Dienstagmorgen kurz vor 6.30 Uhr gebrannt.

maw
Von der örtlichen Feuerwehr sind 25 Einsatzkräfte ausgerückt. Sie wurde von der Berufsfeuerwehr St. Gallen und mehreren Patrouillen der Kantonspolizei St. Gallen unterstützt.

Von der örtlichen Feuerwehr sind 25 Einsatzkräfte ausgerückt. Sie wurde von der Berufsfeuerwehr St. Gallen und mehreren Patrouillen der Kantonspolizei St. Gallen unterstützt.

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Der Brand konnte schnell unter Kontrolle gebracht werden. Der Sachschaden könne zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht beziffert werden.

Der Brand konnte schnell unter Kontrolle gebracht werden. Der Sachschaden könne zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht beziffert werden.

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20 Minuten konnte mit dem Mann sprechen, dem die Taten offenbar gegolten haben. «Ja, das ist richtig, eine Gruppe hat es auf mich abgesehen», so der Wittenbacher. Auslöser für diese Vorfälle sollen demnach Geldschulden sein.

«Eigentlich bin ich in diese Sache nicht verwickelt gewesen, es sind nicht meine Schulden.» Er habe sich nur für einen Kollegen eingesetzt. Deshalb verstehe der 25-Jährige auch nicht, wieso man es direkt auf ihn abgesehen habe. «Das und die Tatsache, dass meine Nachbarn unter der Situation leiden, ist für mich Grund genug, um von hier zu verschwinden.» Er fühle sich nicht mehr sicher. Der Brandanschlag sei offenbar schon vor Tagen vorbereitet worden.

Polizei prüft die Hintergründe

«Uns sind einige Geschichten zum möglichen Hintergrund der Taten bekannt. Es sind Betäubungsmittel im Spiel. Die Ermittlungen wurden aufgenommen», sagt Polizeisprecher Schneider. Was genau stimme und was nicht, müsse nun überprüft werden. Die vorgängigen Sachbeschädigungen sind der Polizei bekannt. Schneider: «Vor dem Brand mussten wir allein im Dezember dreimal an diese Adresse ausrücken.»

Für Sicherheit werde nun mit den notwendigen Massnahmen gesorgt, so Schneider. «Wenn sich die Brandstiftung bestätigt, haben wir die nötigen Mittel in der Hand, um durchzugreifen.» Die Verfahrensleitung liegt aber schlussendlich bei der St. Galler Staatsanwaltschaft. Diese werde entscheiden, ob allfällige Zwangsmassnahmen getroffen würden, so Schneider. Tatverdächtige gebe es bereits, da die Polizei nicht erst seit dem Brand ermittle.

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