Betreuung muskelkranker Kinder: «Wegen Stephen Hawking kam ich zur Freiwilligenarbeit»
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Betreuung muskelkranker Kinder«Wegen Stephen Hawking kam ich zur Freiwilligenarbeit»

Marc André Wyss (40) leistet Freiwilligenarbeit. In Ferienlagern betreut er muskelkranke Kinder und Jugendliche 24 Stunden am Tag.  

von
Anja Zingg

Marc André Wyss (40) begleitet Muskelkranke in Lagern.

20min/Fabienne Naef

Darum gehts

  • Seit er 17 Jahre alt ist, begleitet Marc  André Wyss Ferienlager.

  • Die muskelkranken Kinder und Jugendlichen brauchen 24 Stunden am Tag Betreuung.

  • Im Video erzählt er, was ihm diese Arbeit bedeutet.

Das erste Mal war Marc André Wyss 17, als er in einem Ferienlager für muskelkranke Jugendliche und Kinder betreute. Damals habe er sich sehr für Astrophysik interessiert. «Und ich war ein grosser Fan von Stephen Hawking, der ja selbst an einer Muskelkrankheit leidet.» Darum habe er sich als Begleitperson für ein Ferienlager gemeldet.

Wyss hat an 35 Lagern teilgenommen

Mittlerweile hat er 35 Lager begleitet, war auch schon Hilfskoch, Betreuungsperson , Co- oder Hauptleiter. «Wir begleiten bis zu 15 Kinder und Jugendliche und sind jeweils rund 30 Erwachsene.» Die Lagerteilnehmenden sind auf 24-Stunden-Betreuung angewiesen, teilweise benutzen sie Magensonden und Atemgeräte.

Die Arbeit gebe ihm extrem viel, so Marc. «Sie gibt mir Ausgleich zu meinem eher technischen Job. Dort kann ich meine soziale Ader ausleben und meinen Horizont erweitern.» Seit 2016 ist Wyss im Vorstand der Schweizerischen Muskelgesellschaft und dort für das Ressort Ferienlager zuständig.

Bowlen im Elektrorollstuhl

Was Wyss besonders freut: «In den Lagern können wir den Kindern und Jugendlichen Aktivitäten bieten, die im Alltag keinen Platz haben.» Unvergesslich seien für ihn zum Beispiel ein Tauchausflug in einem Hallenbad oder der Besuch im Bowlingcenter. «Fast alle Kinder sind auf einen elektrischen Rollstuhl angewiesen. Wir haben da schon ein spezielles Bild abgegeben.»

Ganz besonders freue es ihn, wenn sie den Kindern Dinge ermöglichen, die unmöglich scheinen. «In einem Lager gingen wir Armbrustschiessen. Wegen der Muskelkrankheit mussten wir eine Art Halterung bauen, die Kinder konnten dann einfach den Abzug betätigen.» 

Lager nur dank Freiwilligen möglich

Für Wyss sind die Lager ein fester Bestandteil seines Lebens. Er betont: «Natürlich funktioniert ein solches Ferienlager nur dank all den freiwilligen Helferinnen und Helfer. Als Einzelperson schafft man das nicht.»

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