Jona SG: Wegen Stress Taxikundin erheblich verletzt
Aktualisiert

Jona SGWegen Stress Taxikundin erheblich verletzt

Ein ungeduldiger Taxichauffeur aus Jona hat eine junge Kundin mit einem brüsken Fahrmanöver erheblich verletzt. Nun wurde der nicht geständige Lenker zu einer bedingten Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu 80 Franken verurteilt.

von
Attila Szenogrady

Schlechte Nachrichten für einen heute 66-jährigen Taxifahrer aus Jona. Der Angeklagte wurde vom Bezirksgericht Zürich wegen fahrlässiger Körperverletzung sowie pflichtwidrigen Verhaltens nach einem Unfall zu einer bedingten Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu 80 Franken verurteilt. Zudem soll er die Gerichtskosten von über 4300 Franken tragen. Nicht zuletzt könnten ihm zivilrechtliche Forderungen einer 24-jährigen Zürcherin sowie der Entzug des Führerausweises drohen.

Zu früh abgefahren: Kundin erheblich verletzt

Mit diesem Urteil ist das Gericht im Wesentlichen der Anklagebehörde gefolgt. Demnach hatte der Angeschuldigte in der Nacht auf den 7. Mai 2008 in Zürich eine Taxifahrt durchgeführt. Da die vier Fahrgäste massiv angetrunken waren und lauthals herumschrien, fühlte sich der Lenker schon bald gestresst. Als zwei der Partybesucher bei einem ersten Fahrziel aussteigen wollten, passierte das Unglück. So hatte die 24-jährige Kundin erst gerade die Türe geöffnet und stand mit einem Bein draussen, als der ungeduldige Angeklagte plötzlich auf das Gaspedal drückte. Worauf die junge Frau auf die Strasse stürzte und sich einen offenen Unterschenkelbruch zuzog.

Zum Bahnhof weggerannt

Obwohl die die übrigen Fahrgäste auf den Unfall hinwiesen, fuhr der Angeklagte weiter. Später parkierte er sein Fahrzeug beim Bahnhof Wipkingen. Als er von einer der beiden unverletzten Kundinnen aufgefordert wurde, wenigstens seine Personalien mitzuteilen, rannte er in Richtung Bahnhof davon. Was ihm später neben der Körperverletzung den zweiten Anklagepunkt des pflichtwidrigen Verhaltens nach einem Unfall einbringen sollte.

Vergebens Unschuld beteuert

Vor wenigen Monaten beteuerte der in Rapperswil aufgewachsene Angeschuldigte vor Gericht seine Unschuld und verlangte einen Freispruch. Er führte aus, dass er erst losgefahren sei, nachdem die Geschädigte das Fahrzeug verlassen habe. Eine Version, die laut Urteil nicht stimmen konnte. So hatte der langjährige Taxihalter während der Untersuchung widersprüchliche Angaben gemacht. So gab er einerseits an, dass er nicht in den Rückspiegel geschaut habe. Andererseits machte er geltend, dass er noch mit offenen Schiebetüren abgefahren sei. Zudem wurde der Mann aus Jona von mehreren Zeugenaussagen belastet. Trotz des Schuldspruchs lastete das Gericht dem Opfer ein gewisses Mitverschulden an. So war es laut Gericht angetrunken und trug Schuhe mit hohen Absätzen, was den Sturz zusätzlich begünstigt habe. Beim Verhalten nach dem Unfall warf der Einzelrichter dem Chauffeur egoistisches Handeln vor. Er habe sich um nichts mehr kümmern und nur noch den Zug erwischen wollen, steht im Urteil.

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