Umsatz-Booster bei McDonald's: Wegen Touchscreens essen Mac-Kunden mehr
Aktualisiert

Umsatz-Booster bei McDonald'sWegen Touchscreens essen Mac-Kunden mehr

Fast in allen Schweizer Filialen von McDonald's können Kunden per Touchscreen ihre Burger bestellen. Das treibt den Umsatz an.

von
Dominic Benz
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In der Schweiz stehen in rund 140 der insgesamt gut 170 Filialen von McDonald's Touchscreens.

In der Schweiz stehen in rund 140 der insgesamt gut 170 Filialen von McDonald's Touchscreens.

Keystone/Walter Bieri
Kunden können dort ihre massgeschneiderte Bestellung aufgeben.

Kunden können dort ihre massgeschneiderte Bestellung aufgeben.

Keystone/Gaetan Bally
Für die Fastfoodkette lohnt sich das Konzept.

Für die Fastfoodkette lohnt sich das Konzept.

Keystone/Gaetan Bally

Die Fast-Food-Kette McDonald's hat es mit der Verbreitung der Selbstbedienungskioske eilig. Mittlerweile können in etwa 140 der rund 170 Schweizer Filialen die Kunden an grossen Touchscreens Burger, Pommes frites und Getränke bestellen. Im Heimmarkt USA will McDonald's in den nächsten zwei Jahren pro Quartal tausend Filialen mit der neuen Technologie ausstatten.

Die Eile erstaunt nicht, denn die Touchscreens lassen bei McDonald's die Kassen klingeln. «Wir stellen fest, dass Kunden bei längerer Verweildauer mehr auswählen», sagte Konzernchef Steve Easterbrook zu CNBC. Der Bestellwert falle im Schnitt leicht höher aus.

Dass die Touchscreens den Umsatz befeuern, glaubt auch Wirtschaftspsychologe Christian Fichter von der Kalaidos-Fachhochschule. «An den Automaten haben die Kunden für ihre Bestellung mehr Zeit», sagt er zu 20 Minuten. So komme dann schnell noch der eine oder andere Snack zusätzlich obendrauf. An den normalen Kassen hingegen sei der Zeitdruck aufgrund der wartenden Gäste hinter einem viel höher, weshalb man dann nur das Nötigste bestelle.

Bei Familien beliebt

Auch Marktbeobachter gehen von mehr Umsatz dank Touchscreens aus. Laut Schätzungen dürften die Kioske im ersten Jahr 5 bis 6 Prozent mehr Umsatz bringen. 2017 setzte McDonald's in der Schweiz 725 Millionen Franken um. Rund 275'000 Gäste kamen pro Tag zum Burgerplausch in die hiesigen Filialen.

Laut McDonald's Schweiz kommen die Touchscreens bei den Kunden gut an. «Viele Gäste schätzen es, dass sie am Self-Ordering-Kiosk allein durchs Menu scrollen und auswählen können», teilt eine Sprecherin auf Anfrage mit. Beliebt sei die Bestellweise auch bei Familien, weil die Kinder das Menu gut sehen und mit auswählen könnten.

Wie viel zusätzlichen Umsatz die Touchscreens bringen, sagt McDonald's Schweiz nicht. Bis 2020 sollen aber alle Filialen hierzulande mit den Kiosken ausgestattet sein. «Unser Geschäft wächst», so die Sprecherin. Die Touchscreens seien letztlich nur ein Element des ganzen Servicekonzepts. Zu diesem gehörten auch die bedienten Theken, der McDrive und der Tischservice, den man unterdessen in rund zwei Dritteln aller Filialen anbiete.

Kontrolle in den Händen der Kunden

Letztlich sind laut Fichter die Bestellautomaten ein Bedürfnis der Kunden. «Sie wollen ihr Angebot massgeschneidert und möglichst einfach selber zusammenstellen können.» Die Kontrolle über den ganzen Bestell- und Kaufprozess werde mit den Automaten in die Hände der Kunden gelegt – ähnlich wie beim Self-Checkout in den Supermärkten. «Das wirkt sich auf das Konsumverhalten aus», so der Experte.

Ein Nachteil von Touchscreens ist gemäss Fichter die Hygiene. Schliesslich wandern täglich Hunderte Hände über die Bildschirme. Das hinterlässt Spuren. Fichter gibt aber Entwarnung: Die Hygiene habe McDonald's im Griff. «Die Bildschirme werden regelmässig gereinigt», so der Experte.

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