Aktualisiert 09.05.2018 09:17

Folgen in der SchweizWegen Trump steigen jetzt unsere Spritpreise

Tanken könnte schon an Auffahrt teurer werden: Die wieder eingesetzten US-Sanktionen gegen den Iran treiben die Rohölpreise auf den höchsten Stand seit 2014.

von
ish
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In der Schweiz steigen die Spritpreise: Erste Tankstellen-Ketten haben die Tarife für Diesel und Benzin am Montagvormittag um 3 Rappen erhöht.

In der Schweiz steigen die Spritpreise: Erste Tankstellen-Ketten haben die Tarife für Diesel und Benzin am Montagvormittag um 3 Rappen erhöht.

Keystone/Christian Beutler
Nachdem US-Präsident Donald Trump neue Sanktionen gegen den Iran beschlossen hat, waren in der Schweiz höhere Spritpreise zu erwarten.

Nachdem US-Präsident Donald Trump neue Sanktionen gegen den Iran beschlossen hat, waren in der Schweiz höhere Spritpreise zu erwarten.

AP/Manuel Balce Ceneta
An den Rohölmärkten sind die Preise schon  stark gestiegen. Die Marktteilnehmer nahmen die Spannungen zwischen den USA und Iran vorweg.

An den Rohölmärkten sind die Preise schon stark gestiegen. Die Marktteilnehmer nahmen die Spannungen zwischen den USA und Iran vorweg.

AP/ng han Guan

Nachdem Trump neue Sanktionen gegen den Iran beschlossen hat, sind in der Schweiz höhere Spritpreise zu erwarten. «Die Tankstellen reagieren je nach ihren Öleinkäufen schnell auf die Preisanstiege», sagt David Suchet von der Erdöl-Vereinigung zu 20 Minuten. Denn auf dem Weltmarkt legt Rohöl auf ein Dreijahreshoch zu: Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Mittwochmorgen 77,20 Dollar und damit fast 1,5 Prozent mehr als noch am Vortag. Seit letzter Woche beträgt der Anstieg rund 5 Prozent.

Der Preisanstieg bei Rohöl kommt vor dem langen Auffahrtswochenende. Dass Schweizer Tankstellen dies als Vorwand nehmen, um vor Ferienfahrten mit dem Auto den Sprit extra zu verteuern, schliesst Suchet aus: «Das Tankstellennetz ist sehr dicht und es herrscht eine starke Konkurrenz.» Das schütze die Konsumenten vor nicht marktgerechten Preiserhöhungen.

Allerdings kann der Preis an der Zapfsäule auch unabhängig vom Rohölpreis in die Höhe schiessen: Wenn mehr Auto gefahren wird, steigt auch die Nachfrage nach Benzin und damit kann der Preis unabhängig von den Rohstoffkosten anziehen.

Die Sprecherin von BP Schweiz, Isabelle Thommen, schreibt 20 Minuten: «Es wäre spekulativ und daher unseriös, Ihnen jetzt schon zu sagen, wann die nächste Preiserhöhung oder -senkung erfolgt. Wir beobachten die Situation täglich und werden, falls es nötig ist, auch notwendige Massnahmen ergreifen.»

Rohöl ist ohnehin schon knapp

Rohöl auf dem Weltmarkt ist derzeit ohnehin knapper, denn das Opec-Kartell hat seine Drosselung der Förderung eingehalten. «Die Lager sind nicht mehr übervoll und Angebot und Nachfrage sind wieder in Balance», sagte Rohstoffanalyst Norbert Rücker von der Bank Bär Mitte April zu 20 Minuten.

Nach Trumps Entscheid ist davon auszugehen, dass die Ölförderung im Iran zurückgeht. Iran ist bislang der drittgrösste Exporteur der Opec-Staaten. Was die Spritpreise ausserdem verteuert: der stärkere Dollar. Öl wird wie andere Rohstoffe auch in der US-Währung gehandelt. Der Dollar notierte nach Trumps Iran-Entscheid gegenüber vielen anderen Währungen höher, weil er diesmal als sicherer Hafen gesucht war. Zum Franken hält er sich leicht oberhalb der Parität und kostet 1,0035 Franken.

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