Aktualisiert 22.07.2014 16:43

Arbeitsinspektorat

Wegen WC-Mangel keine Lehrstelle für junge Frau

Eine Tessinerin hatte sich zu früh auf ihre Lehrstelle in einer Carrosserie gefreut: Weil es in dem Betrieb nur ein WC gibt, intervenierte das Arbeitsinspektorat.

von
lüs
Dass es in einer Carrosserie nur ein WC gibt, kostete eine junge Frau die Lehrstelle.

Dass es in einer Carrosserie nur ein WC gibt, kostete eine junge Frau die Lehrstelle.

Einer 15-jährigen Tessinerin hat es ein Beruf angetan, für den sich traditionell eher Männer interessieren: Sie will sich zur Carosseriespenglerin ausbilden lassen. Und es schien, als könne sie sich diesen Traum bei einer kleinen Carrosserie im Raum Bellinzona erfüllen. Die Mutter der jungen Frau sagt zu «20 Minuti»: «Beim Schnuppern lief es meiner Tochter in dem Betrieb gut, sie erhielt eine Zusage für die Lehre.»

Doch dann intervenierte das Arbeitsinspektorat: «Es kam zum Schluss, dass dieser Arbeitsplatz für eine Frau nicht geeignet ist, weil es in dieser Firma nur ein einziges WC hat», sagt die Mutter. Das Arbeitsgesetz schreibt in der Tat vor, dass Firmen mit weniger als zehn Angestellten eine WC-Kabine und ein Pissoir für Männer sowie eine separate Toilette für Frauen aufweisen müssen.

Die Mutter kann nicht verstehen, dass das Gesetz ihrer Tochter nun die Erfüllung ihres Berufswunsches verbaut. Denn als Frau eine Lehre in diesem Job zu finden, sei sehr schwierig. Ihrer Meinung nach hätte das Arbeitsinspektorat hier ein Auge zudrücken sollen: «Meine Tochter hätte das WC ja jeweils abschliessen können.»

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.