Wintersport statt Elite-Treffen – Wegen WEF-Verschiebung kannst du wieder zu normalen Preisen nach Davos
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Wintersport statt Elite-Treffen Wegen WEF-Verschiebung kannst du wieder zu normalen Preisen nach Davos

Statt der Polit- und Finanzelite gehört Davos im Januar den Wintersportlern. Jetzt werden wieder Wohnungen frei und die Preise fallen.

von
Fabian Pöschl
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Davos gehört im Januar wieder den Wintersportlern und -sportlerinnen.

Davos gehört im Januar wieder den Wintersportlern und -sportlerinnen.

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Weil die WEF-Organisatoren und -Organisatorinnen ihr Jahrestreffen wegen Corona verschieben, kommts im Januar nicht zum Treffen der Reichen und Mächtigen.

Weil die WEF-Organisatoren und -Organisatorinnen ihr Jahrestreffen wegen Corona verschieben, kommts im Januar nicht zum Treffen der Reichen und Mächtigen.

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Darum braucht es auch kein massives Sicherheitsaufgebot.

Darum braucht es auch kein massives Sicherheitsaufgebot.

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Darum gehts

Davos ist ein teures Pflaster, besonders im Januar, wenn sich die Polit- und Wirtschaftselite jeweils zum Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums (WEF) versammelt. Wohnungsvermieter und -vermieterinnen verdienen sich dann eine goldene Nase. Eine Woche für drei Zimmer können schon mal 30’000 Franken kosten.

Doch die WEF-Macher und -Macherinnen verschieben das Elite-Treffen wegen Corona kurzfristig von Januar auf Sommer verschieben, dann möglicherweise draussen statt im Konferenzsaal. Deshalb müssen die Vermieter und Vermieterinnen umdenken. Statt Präsidenten und Präsidentinnen sowie Ministern und Ministerinnen inklusive schwerem Sicherheitskollektiv gehört Davos im Januar wieder - wie bei der WEF-Absage im Vorjahr – den Wintersportlern und -sportlerinnen.

Eine Ferienwohnung übrig

Noch am Montag war gerade mal eine Ferienwohnung während des WEF-Zeitraums bei Interhome verfügbar. Nun dürften einige dazukommen. «Es kann gut sein, dass nun wegen der WEF-Verschiebung Buchungen annulliert werden», sagt eine Sprecherin des Ferienwohnungs-Vermittlers.

Sie empfiehlt Interessierten generell, früh zu buchen. «Ferienwohnungen gibt es nicht so viele wie Hotelzimmer, deshalb können sie jeweils schnell vergeben sein. Das wird wohl auch im Sommer so sein, sollte das WEF dann stattfinden.»

Bei Holidu.ch waren am Montag noch zehn Prozent der Unterkünfte während des WEF-Zeitraums frei. Noch gebe es keinen Anstieg der Stornierungen, sagt eine Sprecherin des Ferienunterkunft-Vermittlers. Die Preise für die Unterkünfte steigen während des WEFs jeweils um 95 Prozent. Jetzt erwartet Holidu.ch, dass die Preise im Sommer entsprechend höher sein werden.

Hotelpreise auf üblichen Nebensaison-Niveau

Bei den Hotels hat es durch die Verschiebung «sicher genug Platz», sagt ein Sprecher von Davos Tourismus. Die Hotelpreise dürften nun im Vergleich zu den normalen WEF-Tarifen fallen. Sie werden sich im üblichen Rahmen auf Nebensaison-Niveau bewegen, so der Sprecher.

Ob dem Standort Davos durch die Verschiebung ein Schaden entsteht und wie gross dieser ausfällt, sei unklar. Da die Details für die Durchführung im Sommer noch nicht bekannt sind, kann sich Davos Tourismus dazu noch nicht äussern, sagt der Sprecher.

Für den Tourismus-Experten Roland Lymann von der HSLU ist aber klar, dass es «sehr schlimm» für Davos ist. Der wirtschaftlich wichtige Event mit weltweiter Ausstrahlung falle in einer sonst schon schwierigen Zeit weg (siehe Interview unten).

«Die WEF-Gäste waren ohnehin kaum auf den Pisten»

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