Mailand: Wegen zuviel Smog vor Gericht?
Aktualisiert

MailandWegen zuviel Smog vor Gericht?

Die Mailänder Bürgermeisterin Letizia Moratti und der Präsident der Region Lombardei, Roberto Formigoni, sind ins Visier der Justizbehörden geraten. Wegen überhöhter Smog-Werte in der 1,5 Millionen-Metropole wurden gegen die beiden Ermittlungen aufgenommen.

Die beiden Mitte-Rechts-Politiker hätten keine Initiative zur Reduzierung der Luftverschmutzung gestartet, meinen die Staatsanwälte. Die Justiz ist aufgrund einer Anzeige des Konsumentenschutzverbands Codacons aktiv geworden, berichteten italienische Medien am Mittwoch.

Der Konsumentenschutzverband hatte 2007 Anzeigen gegen die Bürgermeister von 13 italienischen Städten erstattet und behauptet, die Luftverschmutzung würde 8220 Todesopfer pro Jahr fordern.

Sie verlangten Massnahmen gegen die Stadtchefs, die nicht verhindert hätten, dass in ihren Städten über 35 Tage im Jahr erhöhte Schadstoffwerte gemeldet wurden. Der Bürgermeisterin und Formigoni droht im Fall einer Verurteilung bis zu einem Monat Haft.

Dabei kämpft Bürgermeisterin Moratti seit Jahren gegen die Luftverschmutzung in Mailand. Im vergangenen Jahr führte sie die umstrittene Verkehrsabgabe «Ecopass» für umweltbelastende Fahrzeuge ein.

Wer mit einem Auto des Typs Euro 1 oder einem Dieselfahrzeug der alten Generation ins Zentrum will, muss zwischen zwei und zehn Euro (zwischen 3 und 15 Franken zahlen. Für Bewohner der Innenstadt gibt es Ausnahmeregelungen. Wer sich nicht an die Vorschriften hält, muss mit Strafen bis zu 70 Euro (rund 110 Franken) rechnen.

(sda)

Deine Meinung