Pannenserie bei US-Wahlen: Weiche Zettel, falsche Listen, fehlende Maschinen
Aktualisiert

Pannenserie bei US-WahlenWeiche Zettel, falsche Listen, fehlende Maschinen

Barack Obama und John McCain konnten bereits wählen. Aber viele ihrer Landsleute brauchen eine gehörige Portion Geduld und Humor: Unzählige Pannen verzögern das Wahlprozedere. Zum Beispiel shreddern teilweise Wahlmaschinen die Wahlzettel anstatt sie zu zählen.

Als die ersten Wähler im kleinen Ort Shaker Heights (Ohio) ihre Wahlzettel erhielten, kamen sie aus dem Staunen nicht heraus. Denn auf den Zetteln fehlten ausgerechnet die zu wählenden Präsidentschaftskandidaten. «Die Ersten haben die falschen Zettel bekommen», gab Kimberly Bartlett zu, Sprecherin der lokalen Wahlbehörde. Der Fehler sei aber schnell behoben worden. Nicht so fix ging es bei anderen Pannen. Um ihre Stimme bei der historischen US-Wahl abzugeben, mussten etliche Amerikaner viel Geduld und Humor mitbringen.

Bereits mitten in der Nacht hatten sich lange Schlangen vor den ersten Wahllokalen gebildet. Sie wurden im Laufe des Tages nicht kürzer. Im Gegenteil. Eine Bewohnerin von Staten Island (New York) beschwerte sich bei der Hotline des US-Radiosenders NPR. Um sieben Uhr früh hätten vor ihrem Wahllokal bereits 125 Stimmwillige Schlange gestanden: «Es gab aber nur ein Fünftel der Wahlmaschinen, die es hier sonst gibt.»

Fehlende Automaten

Fehlende Automaten waren ein Manko, das Wähler landesweit kritisierten. Im Vorfeld der Abstimmung hatten Experten davor gewarnt, dass Tausende Wähler entmutigt werden könnten, wenn die Warteschlangen wegen schlechter Vorbereitung zu lang würden. In Richmond (Virginia) wechselte ein Wahllokal schlichtweg auf Papierzettel, als fünf von sieben Wahlautomaten den Dienst versagt hatten.

In Kansas City (Missouri) konnte nach Berichten des Fernsehsenders CNN in einigen Wahllokalen erst mit dreistündiger Verspätung gestartet werden, weil den Wahlhelfern falsche Registrierungslisten vorlagen.

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(video: sis/mag 20 Minuten Online)

Falsche Listen

«Ich war um fünf Uhr morgens da und als achte Wählerin dran», wurde Jessie Sargent zitiert. Als sie nach drei Stunden endlich zum Tisch der Wahlhelfer vorgedrungen war, hatten diese die falschen Wähler-Listen.

Aufgeweichte Wahlzettel überforderten die Wahlmaschinen in Teilen des Staates North Carolina. Im Bezirk Wake hatte es so heftig geregnet, dass die Scanner das ausgefüllte Papier nicht lesen konnten. «Ein Zettel blieb stecken und verstopfte die Maschine.

Als der Wähler ihn herauszog, war er zerrissen», berichtete die Chefin der dortigen Wahlbehörde, Cherie Poucher im US-Fernsehen. Alle Wähler mit verregneten Stimmzetteln seien daraufhin gebeten worden, ihre Unterlagen erst einmal zum Trocknen in eine Ersatz- Wahlbox zu stecken. Gescannt wurden sie dann später.

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Mehr als die Hälfte der US-Bürger wünscht sich Obama

Nach einer letzten Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Gallup für die Zeitung «USA Today» wollten 53 Prozent der Befragten Obama als neuen Präsidenten, 42 Prozent sprachen sich für den Republikaner John McCain aus. In anderen Umfragen betrug der Vorsprung für Obama etwa sieben Prozentpunkte. Das Ergebnis sollte in der Nacht feststehen.

Nach jüngsten Umfragen der Universität Quinnipiac führte Obama in den beiden als möglicherweise entscheidend betrachteten Staaten Ohio und Pennsylvania, während sich in Florida ein Kopf-an-Kopf-Rennen abzeichnet. Es wurde mit einer Rekordbeteiligung gerechnet.

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