Aktualisiert 20.04.2007 13:06

RudernWeichen gestellt für drei Olympia-Quotenplätze

Mit der nationalen Regatta in Lauerz startet der Schweizerische Ruderverband (SRV) in einer Woche in die wichtige vorolympische Saison, die ihm drei Quotenplätze für die Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking einbringen soll.

Mit englischem Winner-Spirit will der SRV die hohe Zielsetzung angehen: Seit Mitte Januar fungiert der britische Olympiasieger Tim Foster als neuer Headcoach im SRV. Der Nachfolger des letzten Herbst überraschend zurückgetretenen Holländers René Mijnders zog anlässlich der Medienkonferenz beim Hauptsponsor für das SRV-Achter- Olympiaprojekt (Hochdorf-Gruppe) in Hochdorf ein erstes Fazit nach 100-tägiger Amtszeit: «Ich habe hier in der Schweiz talentierte und sehr motivierte Athleten angetroffen. Die Basis zum Erreichen der hohen Ziele ist trotz der geringen finanziellen Möglichkeiten da. Doch es wartet noch sehr viel Arbeit auf uns.»

Das Wichtigste sei, mit den Ruderern an der Mentalität zu arbeiten: Das Gewinnen-Wollen müsse noch stärker gefördert werden. Der Olympiasieger von Sydney und dreifache Weltmeister im Vierer- ohne kann als ideales Beispiel herhalten.

Reichhaltiges Programm

Die fünf nationalen Regatten in Lauerz, Küssnacht, Cham, Sarnen und auf dem Greifensee, die Schweizer Meisterschaften am 7./8. Juli auf dem Rotsee sowie die drei Weltcup-Regatten in Linz (1. bis 3 Juni), Amsterdam (22. bis 24. Juni) und Luzern (13. bis 15. Juli) bieten diese Saison die Grundlage, um an den abschliessenden Weltmeisterschaften in München (26. August bis 2. September) die drei angestrebten Olympia-Quotenplätze herauszufahren.

Angestrebt werden diese Plätze in erster Linie durch die beiden Paradeboote Einer und Achter. André Vonarburg muss bei der WM in München mindestens den 11. Platz erreichen. Ein unter normalen Umständen sicherlich erreichbares Ziel, fuhr der Sempacher doch bei den letzten Titelkämpfen in Eton auf den 9. Platz und platzierte sich damit eher unter Wert.

Trainingsphase gestört

Vonarburg zeigte sich in Hochdorf leicht verärgert über sein kurzfristig abgeändertes Trainingsprogramm. Er wollte eigentlich auf einen Start in Lauerz verzichten, weil diese Regatta mitten in seinem dreiwöchigen Höhentraining liegt. Weil der SRV jedoch auf einen Start des gesamten Nationalteams besteht, musste der Sempacher nun das Höhentraining abbrechen. In Lauerz werden die Weltcup-Startplätze für Linz aufgrund der herausgefahrenen Resultate vergeben.

Ein 7. Platz bei der WM in München wird Ende August vom letztes Jahr neu gebildeten Achter verlangt, um ein Jahr später nach Peking fahren zu können. Die ehrgeizigen Athleten mit ihrem vollamtlichen Trainer Alexander Ruckstuhl bewiesen letzte Saison mit Platz 4 beim Weltcupfinal in Luzern und dem 8. WM-Schlussrang in Eton, dass der Quotenplatz erreicht werden kann, wenn die weitere Leistungssteigerung im gleichen Masse erfolgt wie letzte Saison.

10 Ruderer für 8 Plätze

Für die acht Plätze stehen Ruckstuhl nur gerade zehn Ruderer zur Verfügung. Lieber hätte er ein Dutzend gehabt, doch so viele gleichwertige Athleten zu finden, war in der Schweiz offensichtlich unmöglich. Ebenfalls zum Achter-Kader gesellt hat sich in diesem Jahr auch Florian Stofer, der die letzten beiden Jahre auf den Doppelzweier setzte, dort aber nur enttäuschende Resultate realisieren konnte.

Die schnellsten acht Leute der Trials vom letzten Wochenende auf dem Rotsee werden beim Weltcup in Linz im Achter sitzen. Danach wird die Bestbesetzung eruiert und in den beiden anderen Weltcup-Regatten sowie an der WM eingesetzt. Die zwei übrig gebliebenen Ruderer werden möglicherweise im Weltcup in ein Zweierboot gesetzt.

Drittes Quotenboot offen

Wer den dritten Quotenplatz in München für die Schweiz erringen soll, ist offen. Zur Auswahl stehen der Frauen-Einer (Regina Naunheim/Nora Fiechter), ein Leichtgewichts-Doppelzweier bei den Frauen (Fabiane Albrecht/Pamela Weisshaupt/Tonia Iagovitina), ein Frauen-Doppelvierer oder ein Männer-Leichtgewichtsboot der Männer (Vierer-ohne oder Doppelvierer).

Die Stimmung im SRV und bei den Athleten vor diesem wichtigen Jahr ist trotz des Missverständisses um Vonarburgs Trainingsplanung gut, der in Luzern lebende Headcoach Foster hat sich mit seiner fordernden Art ideal eingebracht. Zusätzlich wird Fosters Vorgänger Mijnders in diesem Jahr in einer Mentoren-Funktion tätig sein und monatlich in die Schweiz reisen, um vor allem den von ihm mit-initiierten Achter auf seinem Weg nach Peking weiter zu bringen. Die Athleten zeigten sich auch begeistert, dass sie ein dreiwöchiges Trainingslager in Varese in Form eines militärischen WKs absolvieren konnten und damit Ferientage sowie Geld sparen konnten. Die Weichen, um die angestrebten Ziele zu erreichen, sind scheinbar richtig gestellt.

(si)

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