Weihnachts-Kampftrinker werden etikettiert
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Weihnachts-Kampftrinker werden etikettiert

In der Kopenhagener Metro schlafen in der Weihnachtszeit besonders viele Passagiere betrunken ein und wachen im Depot wieder auf. Die Metro hält Risikopassagiere nun dazu an, sich ein Schild mit dem Zielbahnhof um den Hals zu hängen - zwecks rechtzeitigem Wachschütteln.

Die Weihnachtszeit ist eine harte Zeit in Kopenhagen. Die Firmen halten ihre Weihnachtsessen ab, die Weihnachtsmärkte locken mit Glühwein und die bittere Kälte draussen lässt einem den Genuss von klaren Schnäpsen eine gute Idee erscheinen.

Besonders für die Angestellten der Kopenhagener Metro ist der Advent eine Herausforderung. «Im Dezember haben wir ein erhöhtes Passagieraufkommen, vor allem unter jungen Leuten. Sie kommen von weiter her, sie kommen öfter und sie trinken auch mehr», sagt Sprecher Jesper Witt.

Die Folge: In den Nachtzügen am Wochenende bleiben die Schwachen zurück. «Zwischen 20 und 50 meist jugendliche Passagiere finden wir pro Nacht schlafend in den Wagen vor», sagt Witt. Das Wecken schlafender Gäste sei eine heikle Angelegenheit. Wecke man sie zu früh, reagierten sie erbost. Wecke man sie zu spät, reagierten sie vorwurfsvoll, so Witt.

Nun wurde das Problem auf lösungsorientierte Art und Weise angegangen. In der Dezemberausgabe des Passagier-Magazins «Metro Nyt», fordert er die Passagiere auf, bei Einschlafgefahr ein Schild am Revers oder um den Hals zu tragen. Dort solle die gewünschte Weck-Destination verzeichnet sein. Ein Muster-Schild ist auf der Titelseite von «Metro Nyt» abgebildet. Der Mustertext: «Ich war an einer Weihnachtsparty. Bitte wecken Sie mich in _____ auf. Frohe Weihnachten.»

«Wir machen das dieses Jahr zum ersten Mal. Noch haben wir wenig Erfahrungswerte, wieviele Passagiere Schilder tragen», sagt Witt. Er empfiehlt das Weck-Schild all jenen, die rechtzeitig zu Hause sein müssen, dringend. «Wenn Sie ein Schild tragen, dann garantieren wir, dass wir Sie an Ihrer Wunschdestination wecken.»

Maurice Thiriet, 20minuten.ch

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