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Bürglen TGWeihnachtsgeschenk wurde Bub zum Verhängnis

Ein Achtjähriger wurde am Sonntag bei einem Sturz mit seinem Kickboard in Bürglen TG schwer am Kopf verletzt. Die Stimmung im betroffenen Quartier ist bedrückt. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung mahnt zu Vorsicht.

von
Michel Eggimann
Leo Butie
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Ein Achtjähriger erlitt bei einem Unfall am Sonntag in der Türliackerstrasse in Bürglen TG schwere Kopfverletzungen.

Ein Achtjähriger erlitt bei einem Unfall am Sonntag in der Türliackerstrasse in Bürglen TG schwere Kopfverletzungen.

Google Street View
Er stürzte beim Spielen mit seinem Kickboard. (Symbolbild)

Er stürzte beim Spielen mit seinem Kickboard. (Symbolbild)

Getty Images/iStockphoto
Nach dem Unfall ist die Stimmung im Quartier bedrückt.

Nach dem Unfall ist die Stimmung im Quartier bedrückt.

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Darum gehts

  • Ein achtjähriger Bub ist bei einem Trickli mit dem Kickboard gestürzt.

  • Der Achtjährige erlitt dabei schwere Kopfverletzungen.

  • Die Beratungsstelle für Unfallverhütung mahnt zu Vorsicht im Umgang mit solchen Geräten.

  • Wichtig ist laut der Beratungsstelle das Tragen von Schutzausrüstung.

Die Stimmung ist bedrückt an der Türliackerstrasse in Bürglen TG, wo am Sonntagnachmittag ein achtjähriger Bub bei einem Sturz schwer verletzt wurde. Grund war ein missglückter Sprung des Achtjährigen. Mit zwei anderen Buben sei er mit dem Kickboard am Spielen gewesen, als es zum Unfall kam.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Kantonspolizei Thurgau wollte der Achtjährige mit seinem Kickboard von einer ungefähr 50 Zentimeter hohen Mauer springen und stürzte dabei. Beim Sturz wurde er schwer am Kopf verletzt. Einen Helm getragen hat der Bub laut der Polizei nicht. Nach einer Erstversorgung durch die alarmierten Rettungskräfte wurde er mit der Rega ins Spital geflogen.

Kickboards können eine Gefahr werden

Der Bub ist dort bereits wieder auf dem Weg zur Genesung. «Er befindet sich nun im Kinderspital und muss dort drei Tage zur Beobachtung bleiben», sagt der Grossvater zu 20 Minuten. So könne er bereits wieder essen und telefonieren. «Das Kickboard war ein Weihnachtsgeschenk», meint dieser.

Dass solche Spielzeuge für Kinder gefährlich werden können, ist bekannt. Marc Kipfer, Mediensprecher der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU), sagt: «Kinder sollten sich in einem sicheren Umfeld an solche Geräte wie Kickboards, Trottinette oder Skateboards gewöhnen. Erst wenn sie diese Geräte wirklich beherrschen, sollten sie damit auf öffentlichen Wegen und Strassen unterwegs sein.» Zu Beginn sollten die Kinder zudem immer beaufsichtigt werden.

Schutzausrüstung kann Verletzungen verhindern

Die Beratungsstelle empfiehlt ausserdem, immer Schutzausrüstung zu tragen. Neben einem Helm gehören dazu auch Handgelenk-, Knie- und Ellenbogenschützer. «Leider tragen viele Kinder auf solchen Geräten nicht immer einen Helm. Mit einem Helm kann die Wahrscheinlichkeit von Kopfverletzungen um 50 Prozent reduziert werden, bei den schweren Kopfverletzungen sogar um bis zu 70 Prozent», so Kipfer.

Nicht jeder Unfall mit einem Kickboard fliesst in eine Statistik. Kipfer erklärt, dass Kinder über Krankenkassen unfallversichert seien. Und die Krankenkassen seien nicht verpflichtet, die Unfälle zu melden. Somit gibt es eine hohe Dunkelziffer. 2019 wurden in der Unfallstatistik der Polizei schweizweit 120 Kinder (0-14-jährig) registriert, die bei einem Unfall mit einem fahrzeugähnlichen Gerät – wie Trottinett, Kickboard oder Skateboard – verletzt wurden.

Hast du oder jemand, den du kennst, ein schwer krankes Kind?

Hier findest du Hilfe:

Pro Pallium, palliative Hilfe für Kinder und junge Erwachsene

Intensiv-Kids, Elternvereinigung

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