Weihnachtsgrüsse per MMS
Aktualisiert

Weihnachtsgrüsse per MMS

Multimedia-Handys sind der Renner in diesem Weihnachtsgeschäft. Die Weihnacht- und Neujahrsgrüsse per MMS werden stark zunehmen, trotzdem werden keine Engpässe auf den Mobilfunknetzen erwartet.

Multimedia-Handys sind der Renner in diesem Weihnachtsgeschäft. Grund: Immer mehr Kunden steigen auf ein Handy der neuen Generation mit MMS-Funktion um. Für Weihnachten und Neujahr erwarten die Mobilfunkanbieter trotzdem keine Engpässe auf ihren Netzen.

«Im Jahresverlauf ist eindeutig ein kleiner Handy-Boom feststellbar», sagte Ruedi Baer, Chef des grössten Schweizer Handy- Verkäufers Mobilezone, auf Anfrage. Seit Monaten seien die Umsätze mit Handys am Steigen.

Ein Blick in die internationale Statistik gibt Baer recht. Im dritten Quartal 2003 stieg die Zahl der verkauften Mobiltelefone laut einer Gartner-Studie um 22 Prozent auf 132,8 Millionen. Im Gesamtjahr sollen 492 Millionen Handys verkauft werden, gegenüber 429 Millionen im Vorjahr.

Schweizer rüsten auf

Im Gegensatz zur internationalen Entwicklung gründet das Wachstum in der Schweiz nicht auf höheren Stückzahlen. Handy- Besitzer steigen bloss auf modernere und vergleichsweise teurere Geräte um, was höhere Umsätze bringt. «Die Bevölkerung in der Schweiz rüstet auf», erklärt Baer das Phänomen.

Die Stückzahlen dürften bei Mobilezone, die nach eigenen Angaben rund 30 Prozent Marktanteil in der Schweiz hält, gegenüber dem Vorjahr nur um etwa 10 Prozent steigen. Das Umsatzwachstum soll laut Baer aber höher ausfallen.

«Zurzeit verkaufen wir fast nur noch MMS-fähige Handys», sagte Baer weiter. Grund dafür seien unter anderem die neuen Angebote im Bereich Multimedia, wie etwa die Portale «Vodafone live!» von Swisscom und «Sunrise live» der direkten Konkurrentin.

Keine Angst vor Engpässen

Im ersten Quartal 2003 lag der Anteil der MMS-fähigen Handy am Gesamtverkauf bei Mobilezone noch unter 50 Prozent. Heute erreicht der Anteil bereits 90 Prozent. 50 Prozent aller verkauften Handys verfügten ausserdem über eine Kamera.

Der steigende Anteil an Multimedia-Handys lässt für die kommenden Festtage nach dem SMS-Boom in den Vorjahren erstmals eine «MMS-Flut» erwarten. Angst vor Engpässen auf den Netzen, unter anderem wegen der höheren Datenmenge der MMS, haben die drei Mobilfunkanbieter Orange, Sunrise und Swisscom aber keine.

Dazu stellvertretend der Swisscom-Sprecher Sepp Huber: «Wir sind vorbereitet.» Ausserdem sei das Volumen bei den MMS noch keineswegs mit den täglich verschickten SMS zu vergleichen. Bei der Swisscom werden zurzeit täglich im Schnitt 5 Millionen SMS verschickt. Bei den MMS sind es täglich nur rund 30 000.

Neue Rekorde erwartet

Bei der Konkurrentin Orange sind es nach Angaben der Sprecherin, Therese Wenger, rund 16 000 MMS pro Tag. Für Heiligabend und den Weihnachtstag sowie für die Jahreswende gehe man bei Orange von einer Steigerung um etwa 30 Prozent aus.

Auch bei den SMS geht Wenger davon aus, die Rekorde von Weihnachten und Silvester 2002 erneut zu brechen. Damals verarbeitete Orange an den Weihnachtstagen 10 Millionen und an Silvester/Neujahr 13 Millionen Kurzbotschaften.

Über das Netz des Branchenleaders Swisscom gingen damals 18,5 respektive 29,1 Millionen SMS. Beim dritten Anbieter Sunrise, der laut Angaben von Sprecherin Monika Walser mit deutlich höheren Volumen rechnet, waren es 11 resprektive 16,3 Millionen.

Huber, der auch von einer Zunahme ausgeht, wollte keine genaue Prognose wagen. In Anbetracht der Zahlen nach den ersten neun Monaten 2003, die bei den SMS eine Zunahme von 12,2 Prozent auf 1,35 Milliarden Botschaften brachte, sei aber mit einem neuen Rekordergebnis zu rechnen.

(sda)

Deine Meinung