09.09.2020 19:15

Erste Absagen wegen CoronaWeihnachtsmärkte arbeiten fieberhaft an Schutzkonzepten

Im Kanton Luzern musste zwei Weihnachtsmärkte wegen der Corona-Massnahmen abgesagt werden. Wie es schweizweit um die Märkte steht, lest ihr hier.

von
Nadine Wechsler
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Der Weihnachtsmarkt am Franziskanerplatz in Luzern musste abgesagt werden, dies teilte das zuständige OK Anfang Woche mit.

Der Weihnachtsmarkt am Franziskanerplatz in Luzern musste abgesagt werden, dies teilte das zuständige OK Anfang Woche mit.

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Ursache für die Absage sind die vorgegebenen Corona-Schutzmassnahmen, die laut OK nicht umsetzbar sind.

Ursache für die Absage sind die vorgegebenen Corona-Schutzmassnahmen, die laut OK nicht umsetzbar sind.

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Beim Verein Weihnachten in Zürich ist man überzeugt, dass es auch dieses Jahr Märkte in der Stadt geben wird. Bild: Weihnachtsmarkt Zürich

Beim Verein Weihnachten in Zürich ist man überzeugt, dass es auch dieses Jahr Märkte in der Stadt geben wird. Bild: Weihnachtsmarkt Zürich

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Darum gehts

  • Im Kanton Luzern wurden bereits zwei Weihnachtsmärkte abgesagt.
  • In anderen Städten wird derzeit an Schutzkonzepten gearbeitet.
  • Trotz bewilligten Schutzkonzepten könnten Weihnachtsmärkte je nach Verlauf der Corona-Situation abgesagt werden.

Wie das OK des Weihnachtsmarktes am Franziskanerplatz in Luzern diese Woche mitteilte, wird der Weihnachtsmarkt dieses Jahr abgesagt. Zu gross sei die Hürde der Schutzmassnahmen. Es bleibt somit die Frage, wie andere Weihnachtsmärkte mit den Corona-Auflagen umgehen. Wir verschaffen euch einen Überblick.

Märkte gelten generell nicht als Veranstaltungen. Daher gelten nicht die üblichen Bestimmungen des BAG. Dennoch braucht es Schutzmassnahmen, um einen Markt problemlos durchführen zu können. Die Situation sieht für alle Märkte ähnlich aus. In erster Linie geht es darum, ein Corona-Schutzkonzept zu entwickeln. Dieses wird anschliessend beim Kanton oder der Gemeinde eingereicht. Diese entscheidet wiederum, ob das Konzept akzeptiert wird und der Markt somit stattfinden kann. Allerdings könnten trotz Konzept Weihnachtsmärkte kurzfristig abgesagt werden. Dies ist abhängig davon, wie sich die Corona-Krise weiterentwickelt.

Christkindli-Märt Willisau

Wie die Arbeitsgruppe Christkindli-Märt Willisau schreibt, haben auch sie schweren Herzens beschlossen, den Markt dieses Jahr abzusagen. Bei der Option ‹Christkindli-Märt Willisau light› – ohne Rahmenprogramm und Verpflegungsstände – würde die einmalige Ambiance verloren gehen, heisst es auf der Website. Ausserdem sei keine Veränderung der Situation bis im Oktober absehbar.

Zürcher Weihnachtsmarkt

Beim Verein Weihnachten in Zürich ist man überzeugt, dass es auch dieses Jahr Märkte in der Stadt geben wird. «Die Frage ist nur, in welcher Form diese stattfinden», sagt Sprecher Stephan Dubi. Denkbar seien etwa grössere Abstände zwischen den Ständen, Masken, Plexiglas und weitere Hygienemassnahmen. Dass einer der Märkte abgesagt wird, davon sei derzeit nicht die Rede. Bereits konkreter ausgearbeitet ist die Inbetriebnahme der Weihnachtsbeleuchtungen. «Die Lucy wird bereits am Nachmittag eingeschaltet. Es wird am Abend eine Light-Version des traditionellen Night-Shopping geben.»

Einsiedler Weihnachtsmarkt

Im Klosterdorf Einsiedeln findet jährlich vor dem Kloster sowie entlang der Hauptstrasse der Einsiedler Weihnachtsmarkt statt. Sepp Birchler vom OK des Einsiedler Weihnachtsmarkts ist positiv gestimmt: «Wir arbeiten daran, ein Schutzkonzept zu erstellen. Dieses wird voraussichtlich die nächsten Tage eingereicht. Anschliessend liegt es in der Hand der Gemeinde, ob eine Bewilligung erteilt wird.» Es wurden unterschiedliche Massnahmen getroffen, so werde beispielsweise ein Einbahnverkehr eingeführt, um die Besucher durch den Markt zu leiten. Birchler rechnet damit, dass weniger Reisebusse den Weg nach Einsiedeln antreten werden. «Dadurch ist insgesamt mit weniger Besuchern zu rechnen. Ich gehe davon aus, dass die Marktbesucher dafür gezielter kommen und vor Ort auch kaufwilliger sind. Weniger ist manchmal mehr», so Birchler. Er rechne mit rund 40’000 Marktbesuchern, 2019 waren es rund 70’000.

Berner Markt auf dem Waisenhausplatz

«Wir haben unser Schutzkonzept eingegeben. Die Stadt ist momentan zurückhaltend, dennoch sind wir positiv gestimmt, dass es bestehen wird», so Reto Bähler, Mitglied der Berner Marktkommission (BMK). Der Markt am Waisenhausplatz in Bern hat eine über 20-jährige Tradition. Geplant ist, dass die Anzahl Besucher auf rund 100 Personen beschränkt wird, damit der Mindestabstand eingehalten werden kann. Die BMK hat ausserdem beschlossen, dass auf Glühweinstände verzichtet wird. «Wir sind ohnehin mehr ein Warenmarkt und konzentrieren uns weniger auf Verpflegungsstände. Wenn wir diese weglassen, haben die Besucher weniger Anreiz, sich an einem Ort aufzuhalten, und es entsteht automatisch eine stetige Bewegung unter den Besuchern.» Sollte der Weihnachtsmarkt keine Bewilligung erhalten, so hat Bähler bereits einen Plan B in der Hinterhand. «Dazu möchte ich mich noch nicht äussern, da ich sehr zuversichtlich bin, dass der Weihnachtsmarkt stattfinden wird.»

St. Galler Weihnachtsmarkt

Das OK rund um den St. Galler Weihnachtsmarkt hat bereits Vorarbeiten erledigt. Denn Anfang Oktober findet der Herbstmarkt light statt. Für diesen hat das OK bereits ein Schutzkonzept aufgestellt, welches bewilligt wurde. Ziel ist es, ebendieses auch für den Weihnachtsmarkt zu übernehmen. Marktchef Bernhard Steffen gibt an, dass verschiedene Personen momentan mit der Ausarbeitung beschäftigt seien. Ende September soll demnach entschieden werden, ob der Markt stattfinden wird. «Vermutlich läuft es darauf hinaus, dass wir die Marktstände ausdünnen müssen, um den Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten zu können», sagt Steffen weiter. So werden aus ursprünglich 50 geplanten Verkaufsständen noch rund 40 bis 45 Stück.

Basler Weihnachtsmarkt auf dem Barfüsser- und Münsterplatz

Wie der Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt mitteilt, findet der Basler Weihnachtsmarkt dieses Jahr wie geplant statt. Es wird ein Schutzkonzept umgesetzt, das auf dem Barfüsserplatz sowie auf dem Münsterplatz Zugangskontrollen vorsieht. Zwischen den Standreihen werden ausserdem die Durchgänge verbreitert, wodurch die Anzahl Marktstände um rund ein Drittel reduziert wird.

Der Regierungsrat merkt an, dass eine gesamthafte Absage nach wie vor vorbehalten sei. Dies sei von der Entwicklung des Infektionsgeschehens abhängig.

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101 Kommentare
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die Mitte

10.09.2020, 18:03

Natürlich sollen die Weihnachtsmärkte stattfinden. Irgendein symbolisches Schutzkonzept sollte nicht schwer zu erstellen sein. Zudem haben wir hier immer noch Religionsfreiheit. Also was soll das?

Kaufdatum Altjahrswoche

10.09.2020, 16:59

Wenn man Glück hat gibt es in der Altjahrswoche nicht nur Weihnachtsgebäck sondern auch schon Osterhasen.

Braucht es nicht

10.09.2020, 12:11

Diese öffentlichen Weihnachtsrituale sind so oder so unsensibel gegenüber alternativen Kulturen. Ich würde mir eine diversere Schweiz wünschen.