Rekordpreis erzielt: Weihwasser, Kruzifix, Pfahl versteigert – alle wollten die «Vampire-Slaying»-Box

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Rekordpreis erzieltWeihwasser, Kruzifix, Pfahl versteigert – alle wollten die «Vampire-Slaying»-Box

Auf einer Onlineauktion kämpften die Teilnehmenden um einen hübschen Holzkasten aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert. Er beinhaltete ja auch alles, was angeblich Vampire vertreiben und töten kann. 

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Um den «Vampire-Slaying-Kit» zu öffnen, müssen die Kreuze zur Seite geschoben werden. 

Um den «Vampire-Slaying-Kit» zu öffnen, müssen die Kreuze zur Seite geschoben werden. 

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Von Weihwasser bis zur Bibel ist alles vorhanden, was einem Vampir den Garaus macht. 

Von Weihwasser bis zur Bibel ist alles vorhanden, was einem Vampir den Garaus macht. 

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 Lord Hailey, ein britischer Adliger, war der ursprüngliche Besitzer der Vampir-Schlacht-Kastens. 

Lord Hailey, ein britischer Adliger, war der ursprüngliche Besitzer der Vampir-Schlacht-Kastens. 

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Schon Bram Stoker beschrieb in seinem Roman «Dracula», was es alles braucht, um Untote doch das Zeitliche segnen zu lassen: Knoblauch etwa, Kreuze, Rosenkränze und eine Bibel. Die Utensilien sollten möglichst zusammen in einem «Vampire-Slaying-Kit» aufbewahrt werden, in einem Vampir-Tötungsset also. 

So ein Set wurde jetzt an einer Onlineauktion versteigert – wobei darüber ein regelrechter Bieterkampf entbrannt war.  Letztlich ging der Tötungs-Werkzeugkasten für umgerechnet 15’161 Franken an einen namentlich nicht genannten britischen Bieter. Das Auktionshaus hatte ihn auf zwischen 2000 und 3000 Pfund (2300 und 3500 Franken) geschätzt, wie Hansons Auctioneers im englischen Derbyshire mitteilten. 

Kruzifix und Zahnzangen

Ursprünglicher Besitzer des Vampir-Schlächter-Kits war Lord Hailey, ein britischer Adliger. Ob er sich den Holzkasten im ausgehenden 19. Jahrhundert aus Angst oder Faszination zugelegt hatte, ist unklar. Die Box enthält alle nötigen Instrumente: eine kleine Pistole und ein Messer mit Silberklinge, verschiedene Kruzifixe, Rosenkranzperlen, eine Bibel, Zahnzangen und einen Pflock, der dem Vampir der Legende nach ins Herz gerammt werden muss, um ihm endgültig den Garaus zu machen. 

«Der Glaube an Vampire, untote Kreaturen, die angeblich menschliches Blut zum Überleben brauchen, reicht Hunderte von Jahren zurück und besteht in einigen Teilen der Welt noch heute», zitiert das Auktionshaus seinen Besitzer Charles Hanson. «Sie sind in der europäischen Folklore verankert. Die Veröffentlichung von John Polidoris ‹The Vampyre› im Jahr 1819 hatte grossen Einfluss, gefolgt von Bram Stokers Klassiker ‹Dracula› aus dem Jahr 1897.»  

Eine wirksame Waffe gegen Vampire aber liess sich nicht im «Vampire-Slaying-Kit» aufbewahren: das Sonnenlicht, das die Untoten wenn nicht zu Staub zerfallen lassen, so doch empfindlich schwächen soll.  

Genfer See als Vampir-Geburtsstunde

Der Vampirmythos verbreitete sich seit dem 18. Jahrhundert vom Balkan aus nach ganz Ost- und Mitteleuropa.  Dabei artete der Vampir-Aberglaube in eine regelrechte Hysterie aus und veranlasste Kaiserin Maria Theresia dazu, ihren Leibarzt Gerard van Swieten mit einer wissenschaftlichen Untersuchung zu Vampiren zu beauftragen und dem Aberglauben ein Ende zu bereiten. Dem Vernehmen nach soll der Ire Bram Stoker in seinem Roman Dracula den Leibarzt van Swieten denn auch als Vorbild für seinen Vampirjäger Van Helsing benutzt haben. Allerdings war es nicht Stokers «Dracula», der den Vampirmythos literarisch verarbeitete.  Die erste Vampirerzählung der Literaturgeschichte schrieb der Brite John Polidori: «The Vampyr» – entstanden 1816 in einer stürmischen Sommernacht am Genfer See. 

(gux)

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