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PersonalmangelWeil Bademeister fehlen, kommen nun Securitas als Lebensretter zum Einsatz

In vielen Badeanstalten des Kantons Zürich fehlen Bademeister. Sicherheitspersonal hat nun die Aufgabe übernommen. Badende haben dabei nichts zu befürchten.

von
Karin Leuthold
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Securitas-Mitarbeitende arbeiten in vielen Badis im Kanton Zürich als Lebensretter oder Bademeister.

Securitas-Mitarbeitende arbeiten in vielen Badis im Kanton Zürich als Lebensretter oder Bademeister.

Stadt Zürich
Das Sicherheitspersonal verfügt ebenfalls über ein Brevet der SLRG (Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft) und eine Ausbildung in Erster Hilfe.

Das Sicherheitspersonal verfügt ebenfalls über ein Brevet der SLRG (Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft) und eine Ausbildung in Erster Hilfe.

Sportamt Basel
Ab nächstem Jahr soll es neu eine Fachrichtung der Lehre Betriebsunterhalt EFZ geben. Die Lernenden kümmern sich um Badeanlagen, Eisanlagen, Rasensport und Hallensport. 

Ab nächstem Jahr soll es neu eine Fachrichtung der Lehre Betriebsunterhalt EFZ geben. Die Lernenden kümmern sich um Badeanlagen, Eisanlagen, Rasensport und Hallensport. 

20min/Community

Darum gehts

Pünktlich zum Sommerstart fehlen in 20 Badeanstalten im Kanton Zürich Bademeister und -meisterinnen. Und weil für die meisten Badis eine Anpassung der Öffnungszeiten oder gar eine Einstellung des Betriebs überhaupt nicht infrage kommen, haben die Schwimmbäder nun Mitarbeitende der Securitas AG engagiert, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet. Das Sicherheitspersonal sei bestens für die Aufgabe vorbereitet – denn es verfüge ebenfalls über ein Brevet der SLRG (Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft) und eine Ausbildung in Erster Hilfe. 

Mit dem Einsatz der Securitas-Mitarbeitenden habe man wohl eine zufriedenstellende Lösung gefunden, glaubt Unternehmenssprecher Niels Stokholm. Gegenüber dem «Tages-Anzeiger» erklärt er, dass zwar die meisten Sicherheitsmitarbeitenden Aufsichtsdienste durchführen würden, in einigen Schwimmbädern aber auch als Bademeister oder -meisterinnen zum Einsatz kämen und die Hauptverantwortung über den Betrieb hätten. Sie verfügen laut Stokholm über zusätzliche spezifische Ausbildungen für Badeaufsichts- oder Bademeisterdienste. Mit diesen Kompetenzen überträfen sie die Anforderungen des Bademeisterverbandes.

Der Bademeister-Job ist nicht mehr attraktiv

Den Grund für den aktuellen Personalmangel in den Badis sieht Daniel Tanner, Gesellschaftsvorsteher der Stadt Wädenswil, in der Corona-Pandemie. Viele Bademeister und -meisterinnen haben sich womöglich in den letzten zwei Jahren umorientiert, nachdem Hallen- und Freizeitbäder über lange Zeit geschlossen waren, meint Tanner. 

Anders ist die Meinung in den Gemeinden. Die Anzahl Bewerber und Bewerberinnen sei in den letzten Jahren stark rückläufig und nicht erst seit Corona, heisst es. Neben einer guten physischen Kondition und schwimmerischen Fähigkeiten werden auch technische Fähigkeiten verlangt. So sei das Badeaufsichtspersonal auch etwa für die Wasseraufbereitung oder für die Haustechnik verantwortlich – das alles, bei einem Einstiegslohn von rund 4700 bis 5000 Franken. Nicht zuletzt: Sie arbeiten am Wochenende, an Feiertagen oder bei Traumwetter.

Ab nächstem Jahr werden neue Bademeister und -meisterinnen ausgebildet. Es werde dann eine neue Berufslehre geben, sagt Michel Kunz, Präsident des Schweizerischen Bademeisterverbands, zum «Tages-Anzeiger». Dabei handelt es sich um eine neue Fachrichtung der Lehre Betriebsunterhalt EFZ, wie Tobias Bernhard vom Sportamt der Stadt Zürich genauer erklärt. In der neuen Fachrichtung Sportanlagen werden sich die Lernenden um Badeanlagen, Eisanlagen, Rasensport und Hallensport kümmern. Wer dann Bademeister oder -meisterin werden will, müsse zusätzlich eine Ausbildung in Erster Hilfe sowie das Rettungsschwimmer-Brevet machen. 

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