Deshalb Platzte der Transfer: «Weil sie den Aussenverteidiger verkauften...»
Aktualisiert

Deshalb Platzte der Transfer«Weil sie den Aussenverteidiger verkauften...»

Am Montag hatte Johan Vonlanthen (22) bei Santander einen Vierjahresvertrag unterzeichnet. 24 Stunden später erfuhr er, dass er doch bei Salzburg bleiben muss; angeblich, weil die Spanier einen Spieler verkauften, mit dem er ein starkes Duo hätte bilden sollen.

Die Verwirrung um Vonlanthens Wechsel von Red Bull Salzburg nach Santander hielt auch an, als schon längst klar war, dass der Transfer nicht zustande kommt. Der Vierjahresvertrag, den er am Montag mit dem Primera-Division-Klub unterschrieb, wurde nicht rechtskräftig, weil der Klub den Spieler beim Verband nicht angemeldet hatte. Doch der Grund warf Fragen auf: War es, weil Santander einen Spieler nicht loswurde, der für Vonlanthen Platz im Kader hätte schaffen sollen? - «Nein!», antwortete der Spieler. «Ich hätte mit dem Aussenverteidiger zusammen ein Tandem auf der rechten Seite bilden sollen. Aber im letzten Moment verliess dieser Santander, und dann wollten sie auch mich nicht mehr.»

Neue Chance im Januar?

So erklärte Vonlanthen den geplatzten Wechsel von der Ersatzbank der beschaulichen österreichischen Bundesliga ins grell belichtete Schaufenster der spanischen Primera Division. Aufgebeben hat er seinen Traum indes noch nicht. Der unterschriebene Vertrag liegt bei seinem Berater Angelo Semeraro. In der nächsten Transferperiode (im Januar 2009) könnte Santander für Vonlanthen eine Lizenz lösen. «Daran möchte ich jetzt nicht denken», sagte er. Aber darauf hoffen? - Vonlanthen antwortet mit einem scheuen Schulterzucken.

Der talentierte, aber immer wieder von Stagnation und Rückschritten in der Entwicklung gehemmte Offensivspieler steht wieder einmal vor wegweisenden Monaten. In Salzburg blickt er einer schwierigen Zukunft entgegen. Auch vor den Transferwirren der letzten Tage hatte sich die Situation für ihn ungünstig entwickelt. «Als ich vom Länderspiel gegen Zypern zurückkam, erklärte mir Trainer Adriaanse, dass er mit mir nicht zufrieden sei. Und nach dem UEFA-Cup-Spiel letzte Woche gegen Suduva nahm er mich aus dem Team. Gegen Kärnten gehörte ich am letzten Sonntag nicht einmal zum Aufgebot», so Vonlanthen. Einen konkreten Grund dafür will er vom Coach nicht gehört haben. «Als ich ihn angesprochen habe, sagte er nur: 'Im Moment habe ich keine Zeit.'»

Vor schwierigen und wegweisenden Monaten

Für Vonlanthen wird es unter den gegebenen Umständen schwer, wieder ins Team zu kommen. «Wir haben 28 Spieler im Kader. Zehn müssen auf die Tribüne.» Zu diesem Kreis gehört er im Moment. Und die Tatsache, dass sich Salzburg und Santander offenbar über den Transfer Vonlanthens einig gewesen waren, zeigt, dass Co Adriaanse nicht mehr auf den Schweizer zählt. Vonlanthen: «Ich werde trotzdem mein Bestes geben und nicht aufgeben. Ich habe in meiner Karriere schon genügend Schläge bekommen; einer mehr ist nicht so schlimm.»

In der Schwebe hängt nun aber auch Vonlanthens mittelfristige Zukunft in der Schweizer Nationalmannschaft. Trainer Ottmar Hitzfeld hat dem Spieler in einem Gespräch am Mittwochmorgen jedenfalls klar gemacht, dass er im Klub spielen muss, um im Nationalteam eine Chance zu haben.

(si)

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