Live-Blog: Wein, Würste und Phallussymbole

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Live-BlogWein, Würste und Phallussymbole

Villa de Leyva ist ein Kolonialstädtchen, wie es im Buche steht. Und noch mehr.

von
Marlies Seifert
Villa de Leyva ist ein Kolonialstädtchen, wie es im Buche steht.

Villa de Leyva ist ein Kolonialstädtchen, wie es im Buche steht.

M. Seifert
Zeit vertreiben kann man sich im Antiquitätenladen von Carlos...

Zeit vertreiben kann man sich im Antiquitätenladen von Carlos...

M. Seifert
... oder in einem der zahlreichen Kunsthandwerk-Läden.

... oder in einem der zahlreichen Kunsthandwerk-Läden.

M. Seifert

Rund um die Plaza Mayor buhlen Restaurants und Boutiquehotels um Aufmerksamkeit. Am Wochenende sind sie rappelvoll, wenn Tagesausflügler aus Bogota nach Villa de Leyva strömen. Unter der Woche herrscht in den meisten Lokalen gähnende Leere. Der Touri-Hotspot wird wieder zum verschlafenen Kolonialstädtchen, in dem die Lederhut tragenden Bauern beim Feierabendbier in den Gassen diskutieren und Stumpen rauchen. Stundenlang kann man sich treiben lassen und von Laden zu Laden mit Schmuck, Ponchos und Kunsthandwerk bummeln.

Nicht Kaffee, sondern Wein

Rund um Villa de Leyva warten Gaumenfreuden: Die Region gehört zu einer der wenigen in Kolumbien, wo Wein angebaut wird. Einen Blick hinter die Kulissen gewährt das Weingut Marqués. Auch wenn weder der Sauvignon Blanc noch der Cabernet Sauvignon eine Offenbarung sind, lohnt sich ein Besuch. Wann kommt man schon in den Genuss kolumbianischen Weins? Exportiert wird von den 25'000 Flaschen, die hier jährlich produziert werden, jedenfalls nichts. Ganz im Gegensatz zum kolumbianischen Kaffee, mit dem der Besitzer Pablo Toro das Geld verdient hat, um sich nun seinem liebsten Hobby, der Önologie widmen zu können.

Von Würsten und Penissen

Nicht auslassen sollte man auch einen Besuch des Restaurant La Fogata in Sutamarchan, wo die würzige Schweinebratwurst Longaniza zusammen mit Papas Arrugadas serviert wird. Um die Wurst geht es im weitesten Sinne auch im Observatorio Astronómico de Zaquenzipa oder kurz genannt Infiernito - also kleine Hölle. In der glaubten sich die erzkatholischen spanischen Eroberer, als sie vor mehr als 400 Jahren in Villa de Leyva ankamen und einen Park voll Penissen erblickten. Der Ureinwohner-Stamm der Muuscas hatte in zwei Reihen Phallusfiguren aus Stein aufgestellt. Sie dienten ihnen einerseits als Kalender, andererseits als Fruchtbarkeitsritual. Der Schrein vereinte den Vater, die Sonne, mit Pachamama, Mutter Erde.

Den Spaniern waren die Riesenpenisse jedoch so unangenehm, dass sie sie kurzerhand köpften. Ein paar Exemplare haben das Massaker überlebt - und dienen den Touristen heute als Steilvorlage für witzige Erinnerungsfotos.

hat noch immer ein Imageproblem: Geiselnahmen, Guerillas und Drogenkartelle haben den schlechten Ruf des Landes geprägt. Allmählich befreit sich das Land in Südamerika von den Klischees. Dank der verbesserten Sicherheitslage wird Kolumbien als Reiseziel stets beliebter. Seit 2010 ist die Anzahl internationaler Touristen von 1,4 auf fast 2 Millionen gestiegen. 20 Minuten ist eine Woche lang im Land zwischen Karibik und Anden unterwegs.

Die Reise wird durchgeführt von Intrepid und unterstützt von Globetrotter

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