Michael Jackson-Memorial Feier: Weinen konnten sie
Aktualisiert

Michael Jackson-Memorial FeierWeinen konnten sie

Eigentlich traurig: Die meisten Redner bei der Abdankungsfeier von Michael Jackson, selig, hatten seit Jahren nicht mehr mit dem Sänger gesprochen.

von
Manfred Sim Toppel

Zudem: Viele von den betroffen wirkenden prominenten Rednern und Künstlern hatten Michael Jackson noch nie in ihrem Leben persönlich getroffen.

Schauen wir uns die Protagonisten der Abdankungsfeier etwas näher an: Beginnen wir mit Brooke Shields, die während ihrer emotionalen Rede zuweilen die Tränen fast nicht zurückhalten konnte. Wie das renommierte People-Magazin «Us Weekly» schreibt, sah die Schauspielerin ihren «wahren Freund» Michael zum letzten Mal vor ziemlich genau 18 Jahren, nämlich an der Hochzeit von Elizabeth Taylor 1991. Während der Abdankungsfeier des Sängers erinnerte Shields daran, wie sie und Jackson sich in das Zimmer der Taylor schlichen, um einen Blick auf ihr Hochzeitskleid zu werfen. Ist das das, was man «handelsüblich» eine dicke Freundschaft nennt?

Oder Corey Feldman, ein Freund Jacksons aus den 1980er-Jahren. Auch er hatte seit Jahren kein Wort mehr mit dem Sänger gewechselt, seit sie miteinander gestritten hatten. Doch während der Abdankung trug Feldman ein Michael-Jackson-Kostüm und sagte dem Blatt: «Ich bin nur noch erschöpft».

Auch HipHop-Queen Latifah, die den Verstorbenen auf poetischste Weise in den Himmel hochlobte, sagte dem Talkmaster David Letterman: «Eigentlich habe ich ihn nie wirklich kennen gelernt. Mein Partner traf ihn, weil wir damals (das HipHop-Duo) 'Naughty by Nature' managten und sie damals einen Remix mit ihm (MJ) machten. Er meinte, ich hätte wunderschöne Wangenknochen.» Aha, das qualifiziert einen natürlich automatisch zu einer postumen Laudatio, nicht?

Da wäre noch Musiker John Mayer, der bei der Totenverabschiedung im Staples Center in L.A. Jacksons Hit «Human Nature» auf seiner Gitarre nachspielte. Auch er gestand dem CNN-Talkmaster Larry King, er hab den King of Pop «nie getroffen». Seine einzige Verbindung zu Jackson sei «Thriller» gewesen, das Erfolgsalbum des Sängers aus den 80er-Jahren. Ja, sowas schweisst einen natürlich auf ewig zusammen.

Soulstar Usher, der während seines Auftritts («Gone too Soon») schluchzte und Jacksons Sarg berührte, trat 2001 zusammen mit Jackson bei seinem Konzert im Madison Square Garden in New York auf. «Aber sie hatten fast keinen Kontakt zueinander», sagt eine unbekannte Quelle dem Blatt.

Die wahren Freunde trauerten in Stille

Wer fehlte an der letzten Show des King of Pop? Das war eine ganze Reihe von Jackson-Vertrauten: Seine Ex-Ehefrau Lisa Marie Presley oder sein langjähriger Freund Macaulay Culkin oder Quincy Jones, der Jacksons Alben über lange Zeit produziert hatte und auch Jacksons gute Freundin Diana Ross, sie alle blieben dem Spektakel fern. Ross liess einen Brief von ihr vorlesen: Sie sei «im Geiste» bei der Abdankung. Aber sie habe sich entschlossen, «innezuhalten und zu schweigen» weil «es sich richtig anfühlt». Ebenso Jacksons langjährige Busenfreundin Elizabeth Taylor, die lieber zuhause blieb, weil sie nicht «zu diesem Rummel» gehören wollte.

Es scheint, als hätten sich die wahren Freunde Jacksons oder zumindest die Menschen, die ihn näher kannten, bewusst von der Abdankungsfeier in Los Angeles ferngehalten. Stellt sich nur die Frage: warum?

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