Prüfungsstress: Weinende Studenten – das sagt die Hochschule
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PrüfungsstressWeinende Studenten – das sagt die Hochschule

Anforderungen fürs Studium seien transparent und Studenten würden frühzeitig über Prüfungstermine informiert, sagt die HSLU. Und: Wer Schwierigkeiten habe, kriege Unterstützung.

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mik/gwa
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«Natürlich herrscht in Prüfungsphasen ein gewisser Druck, da die Studierenden das erworbene Wissen in kurzer Zeit abrufen müssen», sagt Pius Muff, Leiter Ausbildung an der HSLU Wirtschaft.

«Natürlich herrscht in Prüfungsphasen ein gewisser Druck, da die Studierenden das erworbene Wissen in kurzer Zeit abrufen müssen», sagt Pius Muff, Leiter Ausbildung an der HSLU Wirtschaft.

Hochschule Luzern
Die Anforderungen seien jedoch transparent offengelegt und die Studenten erhielten die Prüfungstermine im ersten Drittel des Semesters.

Die Anforderungen seien jedoch transparent offengelegt und die Studenten erhielten die Prüfungstermine im ersten Drittel des Semesters.

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An der Hochschule Luzern Wirtschaft finden zurzeit die Semesterprüfungen statt.

An der Hochschule Luzern Wirtschaft finden zurzeit die Semesterprüfungen statt.

Archiv 20min

Studenten der Hochschule Luzern haben derzeit Prüfungsstress. Teilweise haben sie bis zu zehn mündliche und schriftliche Prüfungen innert einer Woche, zuweilen drei an einem Tag, klagte eine Studentin*. Der Stress ist offenbar so enorm, dass einige Studenten auf der Toilette in Tränen ausbrechen: Dass ein Teil der Wirtschaftsstudenten mit dem Prüfungsdruck an der Hochschule Luzern nicht zurecht kommt, sorgt unter 20-Minuten-Lesern für kontroverse Diskussionen. 1000 Kommentare sind zum Thema der ersten Story auf 20 Minuten eingegangen.

Auch die Mutter einer Studentin, die an der HSLU studiert, meldete sich besorgt zu Wort, wie sie in einem E-Mail schrieb: Seit Prüfungsbeginn am vergangenen Freitag sei ihre Tochter «am Boden zerstört». Sie sei ein Mensch, der gerne lerne, aber «gerne auch das Leben leben möchte». Dies sei unter diesen Umständen aber nicht möglich. «Die letzten Tage war ich nahe dran, sie in eine Burnout-Abteilung zu bringen.» Zur Debatte stehe, dass die Tochter ihr Studium an der HSLU aufgebe. Was sich die «Hochschule geleistet hat, ist unglaublich», ärgert sich die Mutter.

«Natürlich herrscht ein gewisser Druck»

Nun äussert sich die HSLU zu den Vorwürfen. «Natürlich herrscht in Prüfungsphasen ein gewisser Druck, da die Studierenden das erworbene Wissen in kurzer Zeit abrufen müssen», sagt Pius Muff, Leiter Ausbildung am Departement Wirtschaft. «Grundsätzlich ist unsere Prüfungsroutine am Departement Wirtschaft der Hochschule Luzern seit über 15 Jahren dieselbe.» Die Zahl der Studierenden, die ihre Prüfungen erfolgreich absolvieren, sei in dieser Zeit durchwegs stabil geblieben.

Dabei habe die HSLU folgende Ziele: «Die Prüfungsanforderungen richten sich nach den Ausbildungszielen und -inhalten. Es ist uns nicht nur ein grosses Anliegen, sondern liegt auch in unserem Interesse, dass möglichst viele unserer Studierenden das Studium erfolgreich abschliessen können.» Deshalb seien die Anforderungen in der Form von Modulbeschreibungen «vollkommen transparent offengelegt und zugänglich für die Studierenden».

Psychologische Beratung für HSLU-Studenten

Alle Studierenden würden über alle Prüfungstermine jeweils im ersten Drittel des betreffenden Semesters informiert. «Wenn jemand eine Prüfung versäumt oder im ersten Anlauf nicht bestanden hat, kann es allerdings sein, dass mehr Prüfungen in kurzer Zeit zu absolvieren sind», sagt Muff weiter. Dabei handle es sich jedoch um Einzelfälle.

Zur Prüfungsvorbereitung stehen den Studenten im Herbstsemester denn auch zwei bis drei Wochen vorlesungsfreie Zeit zur Verfügung. Im Frühlingssemester seien es drei bis vier Wochen. «Wer dabei Schwierigkeiten hat oder Beratung braucht, kann sich jederzeit an unsere Studiengangleitung wenden», sagt Muff. Und: «Bei einem akuten Problem, etwa bei grosser Prüfungsangst, steht die psychologische Beratungsstelle des Campus Luzern für die Studierenden bereit. Hier werden individuelle Techniken und Lösungsstrategien erarbeitet, um etwa mit Prüfungsangst umzugehen.»

So machen es andere Fachhochschulen

Zum Vergleich hat 20 Minuten bei weiteren Hochschulen mit Schwerpunkt Wirtschaft nachgefragt:

An der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) haben Vollzeitstudenten im dritten Semester sechs Prüfungen verteilt auf zwei Wochen. «Es ist möglich, dass Studierende an einem Tag mehrere Prüfungen absolvieren. Bei der Planung wird allerdings darauf geachtet, dass für die Studierenden maximal zwei Prüfungen an einem Tag stattfinden», sagt die stellvertretende Kommunikationsleiterin Manuela Eberhard.

Auch an der Hochschule für Wirtschaft der Fachhochschule Nordwestschweiz finden pro Tag maximal zwei Prüfungen statt. «In den meisten Fällen ist es allerdings nur eine Prüfung am Tag. Im Durchschnitt absolvieren die Studenten im dritten Semester zehn Prüfungen in einem Zeitraum von drei Wochen», sagt Markus Freiburghaus, Leiter Ausbildung Hochschule für Wirtschaft FHNW.

An der Fachhochschule St. Gallen werden fünf bis zehn Prüfungen innert neun bis zehn Tagen verteilt. «Im Bachelorstudium Betriebsökonomie kann es in absoluten Einzelfällen vorkommen, dass einzelne Studierende ein Mal drei Prüfungen an einem Tag schreiben müssen. Normalerweise sind es eine bis maximal zwei Prüfungen pro Tag», sagt Thomas Metzger, Leiter Lehre Wirtschaft.

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