Aktualisiert 11.10.2017 06:23

Sexuelle BelästigungWeinstein begrapschte auch Jolie und Paltrow

Der Skandal um den Hollywoodmogul Harvey Weinstein zieht immer grössere Kreise: Drei Frauen werfen ihm Vergewaltigung vor. Seine Ehefrau hat sich von ihm getrennt.

von
chk
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Plädiert auf nicht schuldig: Harvey Weinstein erscheint zum Gerichtstermin in New York. (5. Juni 2018)

Plädiert auf nicht schuldig: Harvey Weinstein erscheint zum Gerichtstermin in New York. (5. Juni 2018)

AP/Seth Wenig
Wieder auf freiem Fuss: Harvey Weinstein wurde am Freitag gegen eine Kaution und mit einer elektronischen Fussfessel wieder freigelassen. (25. Mai 2018)

Wieder auf freiem Fuss: Harvey Weinstein wurde am Freitag gegen eine Kaution und mit einer elektronischen Fussfessel wieder freigelassen. (25. Mai 2018)

epa/Peter Foley
Harvey Weinstein stellt sich in New York der Polizei.

Harvey Weinstein stellt sich in New York der Polizei.

Getty Images/Spencer Platt

Zahlreiche weitere prominente Weggefährten warfen dem 65-jährigen Harvey Weinstein am Dienstag unter anderem sexuelle Belästigung vor – darunter Gwyneth Paltrow und Angelina Jolie.

Weinstein habe sie als 22-Jährige angefasst und massieren wollen, sagte Schauspielerin Gwyneth Paltrow der «New York Times». Sie habe sich aber geweigert. Auch ihre Kollegin Angelina Jolie berichtete der Zeitung von einer «schlechten Erfahrung» mit Weinstein in ihrer Jugend. «Als Ergebnis habe ich mich entschieden, nie wieder mit ihm zu arbeiten, und andere vor ihm zu warnen. Dieses Verhalten gegenüber Frauen ist in jeder Branche und in jedem Land inakzeptabel.»

Auch die frühere US-Aussenministerin und Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton zeigte sich entsetzt. «Ich war schockiert und entsetzt von den Enthüllungen», teilte Clinton über ihren Sprecher auf Twitter mit. Weinsteins Verhalten könne nicht hingenommen werden. «Ihr Mut und ihre Unterstützung anderer ist entscheidend dabei, derartiges Verhalten zu beenden.»

Wahlkampfspenden für Demokraten

Weinstein hatte US-Demokraten in verschiedenen Wahlkämpfen nach CNN-Angaben insgesamt Zehntausende Dollar gespendet. Darunter waren neben Hillary Clinton und Ex-Präsident Barack Obama auch Senatoren wie Elizabeth Warren und Chuck Schumer. Einige Senatoren kündigten nach den Enthüllungen an, Spenden Weinsteins für wohltätige Zwecke zu spenden.

Zuvor waren bereits Weggefährten wie Meryl Streep, George Clooney, Lena Dunham, Judi Dench, Kate Winslet, Mark Ruffalo und Christian Slater auf Distanz zu Weinstein gegangen. Die Frauenrechtsanwältin Gloria Allred forderte Weinstein am Dienstag auf, an einem Mediationsverfahren teilzunehmen. «Wenn er ein Verfahren zulässt, das Gerechtigkeit möglich macht, würde ihm das sehr dabei helfen, seinen Ruf zu reparieren», sagte Allred bei einer Pressekonferenz in Los Angeles.

Vorwurf der Vergewaltigung

Gemäss Berichten der «New York Times» soll der einflussreiche Produzent jahrzehntelang junge Talente und Mitarbeiterinnen sexuell belästigt und mit Abfindungen zum Schweigen gebracht haben. Drei Frauen werfen dem 65-Jährigen gar vor, sie vergewaltigt zu haben, wie das Magazin «New Yorker» berichtete. Unter ihnen ist die italienische Schauspielerin Asia Argento.

Weinstein wehrte sich gegen die Vergewaltigungsvorwürfe. Er wies über eine Sprecherin alle Anschuldigungen über nicht einvernehmlichen Sex zurück.

Weinstein hatte erklärt, eine Auszeit nehmen zu wollen. Am Sonntag erhielt er von seinem Filmstudio The Weinstein Company (TWC), das er zusammen mit seinem Bruder Bob gegründet hat, die Entlassung. Die Ehefrau des Produzenten trennte sich inzwischen von ihrem Mann. Sie gab am Dienstag eine entsprechende Erklärung gegenüber dem Magazin «People» ab. (chk/sda)

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