Gefälschte E-Mail: Weinstein hält sich doch nicht im Tessin auf

Aktualisiert

Gefälschte E-MailWeinstein hält sich doch nicht im Tessin auf

Laut Medienberichten sollte der in Verruf geratene US-Produzent Harvey Weinstein Weihnachten in Lugano feiern. Die Meldung entpuppte sich jedoch als falsch.

von
chi
1 / 12
Harvey Weinstein unter Beschuss: Der Star-Filmproduzent soll mehrere Frauen sexuell belästigt und bedrängt haben. Mindestens drei habe er zu Oralverkehr gezwungen, so die Vorwürfe, die von der «New York Times» sowie von «The New Yorker» öffentlich gemacht wurden.

Harvey Weinstein unter Beschuss: Der Star-Filmproduzent soll mehrere Frauen sexuell belästigt und bedrängt haben. Mindestens drei habe er zu Oralverkehr gezwungen, so die Vorwürfe, die von der «New York Times» sowie von «The New Yorker» öffentlich gemacht wurden.

WENN/Wp#jrak
Die Anschuldigungen, die der 65-Jährige in Teilen zugibt, haben für ihn Konsequenzen: Seine eigene Firma hat ihn entlassen, auch Ehefrau Georgina Chapman hat sich mittlerweile von ihm getrennt.

Die Anschuldigungen, die der 65-Jährige in Teilen zugibt, haben für ihn Konsequenzen: Seine eigene Firma hat ihn entlassen, auch Ehefrau Georgina Chapman hat sich mittlerweile von ihm getrennt.

AP/Andy Kropa
«The New Yorker» hat zudem einen Ton-Mitschnitt aus dem Jahr 2015 publiziert. Dort ist zu hören, wie Weinstein das Model Ambra Battilana Gutierrez (damals 22) in einem New Yorker Hotel bedrängt. Sie solle ihm Gesellschaft leisten, während er duscht, fordert er seinen Gast auf. Als sie sich weigert, meint Weinstein: «Schätzchen, bitte, verdirb dir nicht wegen fünf Minuten die Freundschaft mit mir.»

«The New Yorker» hat zudem einen Ton-Mitschnitt aus dem Jahr 2015 publiziert. Dort ist zu hören, wie Weinstein das Model Ambra Battilana Gutierrez (damals 22) in einem New Yorker Hotel bedrängt. Sie solle ihm Gesellschaft leisten, während er duscht, fordert er seinen Gast auf. Als sie sich weigert, meint Weinstein: «Schätzchen, bitte, verdirb dir nicht wegen fünf Minuten die Freundschaft mit mir.»

Instagram

Eine Mitteilung vom Samstag, 2. Dezember der New Yorker Anwaltskanzlei des US-Filmproduzenten Harvey Weinstein über einen angeblichen Aufenthalt Weinsteins in Lugano hat sich als Fälschung erwiesen. Mehrere Elemente weisen darauf hin, dass die per E-Mail versandte Mitteilung nicht aus der Anwaltskanzlei stammt.

Bereits Ende Oktober wurde darüber spekuliert, dass Weinstein längere Zeit in den Tessin reisen könnte. Damaligen Berichten zufolge hatte der Produzent eine Villa in der Nähe von Lugano gemietet.

«Ein alter Dinosaurier»

Mittlerweile haben über 70 Frauen Weinstein beschuldigt, sie sexuell belästigt oder missbraucht zu haben. Mehr als zehn Frauen werfen dem Filmemacher gar vor, sie vergewaltigt zu haben. Nach Angaben aus Weinsteins Umfeld erhielten zudem mindestens acht Frauen teils Millionenbeträge, um ihn nicht anzuzeigen.

Weinsteins Anwältin Lisa Bloom hatte zuvor in einer Erklärung mitgeteilt, ihr Mandant weise «viele der Vorwürfe» zurück. «Er hat Fehler zugegeben, die er gemacht hat», schrieb sie. «Er liest Bücher und geht zur Therapie. Er ist ein alter Dinosaurier, der neue Wege lernt.» (chi/sda)

Deine Meinung