So entsteht Weinstein

Weinstein im Glas ist ganz natürlich und kommt häufig vor. Wie er entsteht und was du beim Trinken beachten kannst. 

Weinstein im Glas ist ganz natürlich und kommt häufig vor. Wie er entsteht und was du beim Trinken beachten kannst. 

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Kristalle im glasWeinstein – was ist das eigentlich?

Glitzernde Kristalle am Boden des Weinglases sehen nicht nur hübsch aus, sondern sollen sogar ein Qualitätsmerkmal sein. Wie Weinstein entsteht und was du beim Trinken beachten kannst.

von
Luise Faupel

«Da ist irgendwie Sand in meinem Glas» – schon mal gesagt? Dann hast du entweder am Strand getrunken oder einen feinen Tropfen Wein samt Weinstein erwischt. Die kleinen Kristalle, auch Tartrate genannt, entstehen bei der Lagerung von Wein und Traubensaft.

Weinstein bildet sich, wenn Mineralien und Weinsäuren im Wein zusammentreffen. Der Gehalt an Weinsäure im Wein ist dann zu hoch, um vom Wein in gelöster Form gehalten werden zu können.

Diese Salze der Weinsäure weisen darauf hin, dass dein Wein reich an fruchtiger Säure und Mineralien ist. Viel Säure kann von reifen Trauben stammen, viele Mineralien, wie Kalium oder Calcium, sind wiederum ein Zeichen dafür, dass die Trauben am Rebstock ausreichend Mineralien aus dem Boden aufnehmen konnten.

Deshalb ist Weinstein voll okay

Die meisten Menschen erschrecken kurz, wenn sie die glitzernden Krümelchen zum ersten Mal auf dem Glasboden entdecken. Sie weisen aber weder auf einen Fehler hin noch haben sie schädliche oder gesundheitliche Auswirkungen. 

Weinstein kommt in Rosé-, Weiss- oder Rotwein vor. Das Alter des Weines oder die Dauer der Lagerung entscheiden nicht über die Kristalle. 

Weinstein kommt in Rosé-, Weiss- oder Rotwein vor. Das Alter des Weines oder die Dauer der Lagerung entscheiden nicht über die Kristalle. 

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Immer wieder hört man sogar, Weinstein sei ein Qualitätsmerkmal. Scheinbar ein Versuch von Gastronominnen oder Winzern, die eher unbeliebten Krümel beliebter zu machen, denn Weinstein lässt tatsächlich keine Rückschlüsse auf die Qualität eines Weines zu. 

Hattest du schon mal Weinstein im Glas?

Schmeckt man Weinstein?

Im Geschmack fallen die Weinsäure-Kristalle nicht auf. Eigentlich fühlt sich Weinstein im Mund wie Sand an, der sich beim Zerreiben zwischen den Zähnen schliesslich im Speichel auflöst.

Meistens fallen die Kristalle auf den Flaschenboden oder den Boden des Weinglases hinab, manchmal kleben sie aber auch am Weinkorken oder der Flaschenwand. Das kann ganz hübsch aussehen. 

Auch funkelt es, wenn man in ein altes Weinfass hineinleuchtet. Weinstein kann aber auch erst bei der Flaschengärung entstehen – erst recht, wenn der Wein bei niedrigen Temperaturen gelagert wird. Der Prozess ist immer natürlich.

Weinstein gibts in jedem Wein

Weinstein gibts in jedem Wein, bloss ist er nicht immer spür- oder sichtbar. Und nicht nur bei wertvollen Gewächsen, hochwertigen Auslesen oder Eisweinen kommt er vor, sondern auch bei jungen Weinen kann es glitzern.

Am häufigsten entdeckt man die Kristalle im Weisswein, aber auch bei gerbstoffreifen Rotweinen können die bernsteinfarbenen Schollen am Flaschenboden entstehen, weil sich die Gerb- und Farbstoffe verbinden. 

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Was tun bei Weinstein?

Hast du grosse Teile von Weinstein in deiner Flasche entdeckt, schüttle sie nicht, sondern fülle den Wein behutsam in eine Karaffe ab, um ihn vom Depot zu trennen und den Weinstein mit Sauerstoff anzureichern – Aromen im Wein sind dann noch intensiver, da sie sich besser entfalten können. 

Vor allem Rotwein sollte behutsam eingeschenkt und vorab dekantiert werden. Hier hilft es, die Flasche vor eine Lichtquelle zu halten, um genau zu erkennen, ob das Weinstein-Depot zurückbleibt. 

Bei welchen Weinen ist dir schon mal Weinstein aufgefallen? 

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