23.07.2014 21:48

Youtube-Phänomen

Weird Al, König der Parodien

Al Yankovic nimmt seit Jahren Promis auf die Schippe. Mit seinem 14. Album schaffte er es jetzt auf Platz eins der Charts. Wer ist der Kauz, der das Internet in Euphorie versetzt?

von
zoe

Es ist fast schon eine Ehre, wenn man von Weird Al Yankovic parodiert wird. Der US-amerikanische Musiker, Humorist und Akkordeonspieler macht sich über alles lustig, was in der internationalen Musikszene Rang und Namen hat.

In seinen drei Dekaden im Musikgeschäft schafft es Yankovic nun mit seinem neuen Album «Mandatory Fun» zum ersten Mal auf Platz eins der amerikanischen Billboard Charts. Ein kleines Porträt zum Paradiesvogel:

Name und Herkunft

Weird Al heisst bürgerlich Alfred Matthew Yankovic und hat ex-jugoslawische, italienische und englische Wurzeln. Er ist in einer Vorstadt von Los Angeles aufgewachsen.

Wie alles begann

Mit nur sieben Jahren lernt Yankovic das Akkordeonspiel. 13 Jahre später studiert er Architektur und vertreibt sich als DJ im Uni-Radio seine Zeit. «My Sharona» von The Knack läuft in der Hitparade rauf und runter und die Band kündigte ein Konzert an seiner Uni an. Yankovic packt die Gelegenheit am Schopf und nimmt sein Akkordeon mit auf die Toilette gegenüber des Aufnahmeraums. Dort nimmt er die Parodie «My Bologna» zum The-Knack-Hit auf. Die Musiker von The Knack finden es witzig und sorgen dafür, dass der Song bei ihrer Plattenfirma veröffentlicht wird. So angelt sich Yankovic einen Sechs-Monats-Vertrag.

Inspirationsquellen

Tom Lehrer, Stan Freberg, Spike Jones, Allan Sherman, Shel Silverstein und vor allem Frank Zappa sind die Menschen, deretwegen der Komiker laut eigenen Aussagen heute seinen Beruf ausübt.

Message

Auf dem Radar von Yankovic steht hauptsächlich die Satire von Popkultur, Fernsehen, Filmen, Essen, Musik und manchmal auch aktuellen Nachrichten. Dabei zeigt Weird Al auf eine lustige Art und Weise den Kontrast zwischen dem Inhalt des Songs und seines Interpreten auf.

Darf Yankovich das?

Der 54-Jährige holt sich die Erlaubnis der Songschreiber ein, bevor er eine Parodie macht. Obwohl eine Zustimmung für eine Nachahmung nicht erforderlich wäre, ist es Weird Al wichtig, eine gute Beziehung zu den Künstlern und Songwritern zu pflegen.

Das halten die Künstler von ihm

Die meisten Parodierten fühlen sich geschmeichelt, wenn sie von Weird Al veräppelt werden. Einige Gruppen, beispielsweise Nirvana, haben erst dadurch realisiert, dass sie ihren Durchbruch geschafft haben. Nur Coolio hatte nicht so Freude am Humoristen. Das Lied «Amish Paradise» habe der Rapper offenbar nicht abgesegnet. Weird Al hat sich im Nachhinein beim Musiker entschuldigt. Der einzige Interpret, der dem Komiker nicht erlaubt hat, seine Lieder zu persiflieren, ist Prince.

Werke

Seit 1984 brachte der Sonderling 14 Alben heraus. Seine Tonträger bestehen zur Hälfte aus Parodien und zur Hälfte aus eigenen Liedern. Zu seinen populärsten Interpretationen gehören:

«Amish Paradise»/ Coolio - «Gangster's Paradise»

(Quelle: YouTbe/alyankovicVEVO)

«Smells Like Nirvana»/ Nirvana - «Smells Like Teen Spirit»

(Quelle: YouTbe/alyankovicVEVO)

«White and Nerdy»/ Chamillionaire - «Ridin'»

(Quelle: YouTbe/alyankovicVEVO)

«Tacky»/ Pharrell Williams - «Happy»

(Quelle: YouTbe/alyankovicVEVO)

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