Albino: Weisser Rehbock streift durch Berner Wälder
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AlbinoWeisser Rehbock streift durch Berner Wälder

Ein majestätisches und seltenes Tier wandert derzeit durch das Bernbiet. Gemäss einer Legende droht dem Tier keine Gefahr durch Jäger.

von
cho
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Leser-Reporter Thomas Filaferro begegnete in einem Waldstück bei Köniz einem weissen Rehbock.

Leser-Reporter Thomas Filaferro begegnete in einem Waldstück bei Köniz einem weissen Rehbock.

Leser-Reporter/Filaferro Thomas
«So etwas habe ich noch nie gesehen. Ich war sprachlos und wagte kaum, mich zu bewegen.»

«So etwas habe ich noch nie gesehen. Ich war sprachlos und wagte kaum, mich zu bewegen.»

Leser-Reporter/Filaferro Thomas
Jäger erzählen sich alte Legenden über solche Tiere: «Wer ein Albino-Tier schiesst, den erwartet innerhalb von zwölf Monaten den eigenen Tod», sagt Daniela Jost, Vorsteherin des Berner Jägerverbands.

Jäger erzählen sich alte Legenden über solche Tiere: «Wer ein Albino-Tier schiesst, den erwartet innerhalb von zwölf Monaten den eigenen Tod», sagt Daniela Jost, Vorsteherin des Berner Jägerverbands.

Leser-Reporter/Filaferro Thomas

Leser-Reporter Thomas Filaferro traute seinen Augen nicht, als er vor wenigen Tagen einen weissen Rehbock in einem Waldstück nahe Köniz erspähte: «Das Tier war durch und durch weiss. So etwas habe ich noch nie gesehen. Ich war sprachlos und wagte kaum, mich zu bewegen.» Er spricht von einer majestätischen Erscheinung.

Der Bock, der zur Familie der Hirsche gehört, sei etwa zehn Meter vor ihm gestanden. Dort habe er einige Minuten verharrt, danach sei er weiter durch den Wald geschritten. «Komischerweise war das Tier viel weniger scheu als ein normales Reh», so Filaferro, der viel und oft im Wald unterwegs ist. Vor lauter Aufregung habe er es aber trotzdem nicht geschafft, ein gutes Foto mit dem Handy zu machen.

2015 war es eine Rehkuh

Es ist nicht das erste weisse Reh, das in Berner Wäldern gesichtet wurde. 2015 berichtete die «Berner Zeitung» von einem Albino-Reh in der Region Bern. Es handelt sich jedoch nicht um dasselbe Tier, sagt die Wildhut Kanton Bern, damals habe es sich um ein weibliches Tier gehandelt. Vom aktuellen Albino-Rehbock in Köniz hat der zuständige Wildhüter bereits Kenntnis.

Auf Youtube finden sich auch Albino-Reh-Begegnungen aus anderen Ländern:

Albino-Känguru

Legende bei den Jägern

Auch einige Jäger haben bereits die Kunde vom seltenen Tier vernommen. Droht das Tier etwa gar als Trophäe an einer Wand zu enden? Daniela Jost, Vorsteherin des Berner Jägerverbands, glaubt das nicht: «Nie würde ich ein solches Tier schiessen. So etwas tötet man einfach nicht.» Ausserdem würden sich Jäger Legenden über die speziellen Tiere erzählen: «Wer ein Albino-Tier schiesst, den erwartet innerhalb von zwölf Monaten der eigene Tod, heisst es.» Das sei ihr bereits vor über 35 Jahren eingebläut worden. «Die Legende hält sich hartnäckig», so Jost.

Sonnenempfindlich und schlecht getarnt

Albino-Rehe sind eine echte Rarität. «Es ist eine seltene Erscheinung. Die Farbabweichung ist genetisch bedingt», sagt Dr. Marie-Pierre Ryser, Zentrum für Fisch- und Wildtiermedizin der Universität Bern. Die seltene Färbung habe für das Tier auch Nachteile: «Zu erwartende Nachteile sind Sonnenempfindlichkeit und fehlende Tarnung.»

Die fehlende Tarnung will sich Leser-Reporter Thomas Filaferro zunutze machen, um noch einmal ein schönes Foto vom Rehbock zu schiessen: «Von jetzt an nehme ich immer die Spiegelreflex-Kamera mit.» Er wolle das Tier jedoch nicht stressen. Darum verrate er auch nicht, wo er das Tier genau angetroffen habe: «Es soll seine Ruhe haben und ein glückliches, normales Leben führen.»

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