Unglaublich, aber wahr: Weisses Braunbärchen in Italien entdeckt
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Unglaublich, aber wahrWeisses Braunbärchen in Italien entdeckt

Im Trentino wurde ein Braunbär mit drei Jungen gesichtet. Das Besondere daran: Ein Bärenkind ist schneeweiss. Bereits letztes Jahr sorgte ein farbloser Artgenosse für Aufsehen.

von
dwi

Er reibt sich genüsslich an einem Baum im Trentino, beschnuppert den Waldboden, buddelt in der Erde und trottet wieder davon. Der Film des Bären, der letztes Jahr in eine Fotofalle tappte, sorgte für Aufsehen. Der Grund: Das Fell des Braunbären war weiss. Lange galt M3 als das einzige weisse Exemplar – bis jetzt. Im Naturpark Adamello-Brenta, 50 Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt, wurde eine Bärenmutter mit drei Jungen entdeckt – eines davon ist schneeweiss.

«Das ist eine absolute Rarität», sagt Georg Brosi vom Bündner Amt für Jagd und Fischerei. «Verantwortlich für den weissen Pelz ist eine Farbmutation». «Die Ursache ist eine Genkombination», so Brosi. «Man kennt dieses Phänomen bereits von Rehen.» Mindestens einmal im Jahr werde ein weisses Reh entdeckt. «Aber die sind ja auch viel häufiger als Bären.»

Familie Riatsch verfolgt den Bären

Für viele Tiere ist ein weisses Fell ein grosser Nachteil: «Die Farbmutation bedeutet eigentlich eine reduzierte Lebenserwartung, da die natürliche Fellfarbe optimale Deckung ermöglicht», so Brosi. Weisse Tiere werden viel eher entdeckt, es sei denn, sie leben im Winter in den Bergen oder passen ihre Farbe gar der Jahreszeit an. Der kleine Bär muss sich jedoch nicht fürchten. «Er fällt zwar mehr auf, aber Braunbären haben im Trentino ja keine natürlichen Feinde», so Brosi.

Und noch einmal kommt der Bär vor die Linse

Bären bleiben im Trentino

Im Trentino gibt es gemäss Brosi rund 30 nachgewiesene Bären. Die Anzahl könnte aber auch bereits gegen 50 Exemplare gehen. Dass in Zukunft mehr Bären wie M12 und M13 in die Schweiz wandern, muss aber nicht sein. Brosi: «Der Bär nutzt zuerst den unmittelbaren Lebensraum aus. Dabei erhöht sich immer erst die Kerndichte der Population, bis die Tiere sich dann verteilen.»

Obwohl die Entdeckung des kleinen weissen Bärchens eine Sensation ist, will Brosi nicht, dass der Jungbär oder sein älterer Artgenosse M3 in die Schweiz wandern. «Das würde das ohnehin schon zu grosse Medieninteresse nur noch unnötig steigern.»

M3 tappte letztes Jahr in eine Fotofalle im Trentino:

Und wurde auch in der Nacht noch einmal gefilmt:

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