Weite: Hätte das Drama verhindert werden können?

Aktualisiert

Weite: Hätte das Drama verhindert werden können?

Alle wussten von den Problemen der Familie aus Sri Lanka. «Wir haben alles Mögliche getan», sagt der Gemeindepräsident nach dem Blutbad.

Langsam wird klar, was sich am Sonntag in der Wohnung des Mehrfamilienhauses in Weite abgespielt hat: Vermutlich schon am Morgen und in totaler Rage muss der 34-jährige Muslim aus Sri Lanka seine beiden Stiefkinder erstochen und seine 35-jährige Frau mit dem Messer schwer verletzt haben.

«Die Wohnung bot einen schlimmen Anblick», sagt Hans Eggenberger von der St. Galler Kapo. Gegen Abend kam es dann im Kinderzimmer zu jener Explosion, an deren Folgen die verwundete Frau später starb.

Auch zur Vorgeschichte des Blutbades fügen sich erste Puzzleteile zusammen: Zwei Monate lang war die 35-jährige Mutter im Frauenhaus gewesen, weil ihr Ehemann, der schon in mehreren Kantonen polizeiauffällig geworden war, sie und die Kinder schlug. Sie kehrte aber zurück und zog mit ihm Anfang Juli in die neue Wohnung in Weite: Vielleicht, um einen Neuanfang zu wagen.

Die Probleme der Familie waren bekannt. Hätten die Behörden die Tat verhindern können? «Wir haben alle möglichen Massnahmen ergriffen», sagt der Gemeindepräsident Beat Tinner. Die Kinder hätten einen Erziehungsbeistand gehabt und Beratungsstellen seien involviert gewesen.

Annette Hirschberg

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