Weiter Geld für Integrationskurse
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Weiter Geld für Integrationskurse

Die Integrationskurse für 15- bis 20-jährige Ausländerinnen und Ausländer sollen im Kanton Zürich für weitere drei Jahre angeboten werden.

Der Zürcher Regierungsrat beantragt dem Kantonsrat einen Objektkredit von 6,15 Millionen Franken.

Integrationskurse dauern jeweils ein Jahr. Der Schwerpunkt dieser Kurse liegt bei der Vermittlung der deutschen Sprache. Die jungen Menschen machen sich darin aber auch mit der Lebensweise in der Schweiz vertraut und bereiten sich auf eine weitere Ausbildung oder den Einstieg ins Berufsleben vor.

«Diese Kurse sind aus arbeitsmarktlichen und sozialpolitischen Gründen sehr wichtig», sagte Regierungssprecherin Susanne Sorg am Donnerstag vor den Medien. Solche Kurse gibt es im Kanton Zürich seit genau einem Vierteljahrhundert. Gemäss Sorg bestätigten auch Schulleitungen und Lehrpersonen den Integrationserfolg.

Gute Erfahrungen

Die Erfahrung zeigt, dass durchschnittlich drei Viertel der fremdsprachigen Jugendlichen nach den Kursen eine weiterführende Ausbildung oder Erwerbstätigkeit beginnen. Mittelfristig absolvieren laut Regierungsrat 40 Prozent eine Berufslehre. «Wir wollen diese Quote noch erhöhen», sagte Sorg.

In den letzten Jahren wanderten im Durchschnitt jährlich rund 1200 junge Menschen dieser Altersgruppe aus dem Ausland in den Kanton Zürich ein. Es handle sich dabei um Menschen, die eine Aufenthaltsbewilligung besässen, solche im Familiennachzug oder Auslandschweizerinnen und -schweizer, sagte Sorg.

Das letzte Mal

Der vom Regierungsrat beantragte Kredit ermöglicht, diese Kurse weitere drei Jahre bis 2007 fortzuführen. 315 Kursplätze werden pro Jahr angeboten. Die jährlichen Vollkosten pro Teilnehmer betragen 13 000 Franken. Der Kanton übernimmt die Hälfte davon. 1200 Franken bezahlen die Eltern - etwa gleich viel wie im 10. Schuljahr -, der Rest der Bund und die Gemeinden.

«Diese Verteilung betrachten weite Kreisen als konsensfähig», sagte Markus Truniger, Sektorleiter Abteilung Pädagogisches im Volksschulamt, vor den Medien. Der Regierungsrat beantragt dem Kantonsrat diese Staatsbeiträge aber wohl zum letzten Mal.

Das Berufsbildungsgesetz des Bundes verpflichtet den Kanton nämlich, ein neues kantonales Vollzugsgesetz zu schaffen. Darin sollen auch die Brückenangebote zwischen Sekundarstufe I und II und deren Finanzierung geregelt werden. Die Intergrationskurse gehören zu diesen Brückenangeboten.

Beschwerlicher Weg

Der Kredit für die Integrationskurse für die letzten drei Jahre war umkämpft: 2001 scheiterte er an der Ausgabenbremse, im Februar 2002 hiess der Kantonsrat dann eine Parlamentarische Initiative gut. Der Bund der Steuerzahler (BDS) ergriff darauf das Referendum, so dass es im November 2002 zu einer Volksabstimmung kam.

Mit 614 Stimmen Differenz befürwortete das Stimmvolk den Beitrag des Kantons an die Integrationskurse damals denkbar knapp. Der BDS sprach damals davon, es sei « «unerträglich, dass unqualifizierte jugendliche Ausländer in den Kanton Zürich einwandern und dafür mit aus Steuergeldern finanzierten Integrationskursen belohnt würden».

Auch beim Kredit für die nächsten drei Jahre wird der Regierung von Seite des Bundes der Steuerzahler rauher Wind entgegenblasen. «Wir werden diesen mit allen Mitteln bekämpfen», sagte BDS- Präsident Alfred Heer auf Anfrage. Der Kostenanteil, den die Teilnehmenden selbst zu berappen hätten, sei viel zu tief. Heer sprach bereits vom Referendum, falls das Geschäft im Kantonsrat Anklag finde.

(sda)

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