Immobilienpreise: Weiter rauf gehts nicht mehr

Aktualisiert

ImmobilienpreiseWeiter rauf gehts nicht mehr

Die Schweizer Wohnpreise sind seit Ausbruch der Finanzkrise weltweit überdurchschnittlich gestiegen. Jetzt zeichnet sich eine Beruhigung ab.

von
Leo Hug

Nur in wenigen Ländern sind die Preise für Wohneigentum seit der Finanzkrise so stark gestiegen wie in der Schweiz. Laut dem Preisindex der Zeitschrift «The Economist» sind sie in den vergangenen fünf Jahren um 21 Prozent geklettert. In Europa erreichte nur noch Österreich vergleichbare Werte.

Ende des Steigflugs

Doch jetzt scheint der Schweizer Markt ausgereizt zu sein. «Das Ende des langjährigen Steigfluges dürfte eingeläutet sein», schätzt Andreas Bleisch von derImmobilien-Beratung Wüest & Partner. Auch Martin Graf, CEO des grössten Immobilienunternehmens SPS, erwartet vorläufig keine höheren Immobilienpreise. In den letzten Wochen habe sich der Aufpreis der SPS-Aktie gegenüber dem dahinter stehenden Buchwert abgebaut. Das sei ein guter Indikator.

Die Expertenmeinungen werden auch durch den zeitnahen Eigentumswohnungsindex bestätigt, den der Immobilienberater «Iazi» zusammen mit «Immoscout 24» berechnet. Seit seinem Höchst Ende Juni hat der Index bereits um 1,3 Prozent nachgegeben. Damit dürfte sich jetzt zumindest ein vorläufiges Ende des grossen Reibachs bei Immobilien abzeichnen.

Beruhigung auch bei den Mieten

Nicht nur bei Wohneigentum, auch bei den Mieten gibt es erste Anzeichen einer Marktberuhigung. Vorläufig allerdings erst im oberen Wohnungssegment. Es seien recht viele teure Mietwohnungen auf dem Markt, sagte am Wochenende Christoph Caviezel, CEO der Immobiliengesellschaft Mobimo zur Zeitung «Der Sonntag». Wer in der Lage sei, mehr als 4000 Franken für eine Wohnung auszugeben, tendiere derzeit dazu, sich eine Eigentumswohnung zu kaufen.

Preisanstiege ausgewählter Länder seit 2007

1. Hongkong (63,6%)

2. Österreich (23,1%)

3. Singapur (21,1%)

4. Schweiz (20,9%)

5. China (17,8%)

6. Kanada (17,8%)

7. Belgien (13,2%

8. Australien (9,8%)

9. Südafrika (7,8%)

10. Deutschland (7.0%)

Quelle: The Economist

Deine Meinung