Weitere Festnahme nach Mafia-Morden
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Weitere Festnahme nach Mafia-Morden

Neun Monate nach der Mafia-Bluttat in Duisburg ist italienischen Ermittlern mit der Verhaftung eines führenden Clan-Bosses erneut ein Schlag gegen die kalabrische 'Ndrangheta gelungen.

In das Netz der Fahnder ging am Freitag der 68-jährige Clan-Chef Giuseppe Nirta, der auf Italiens Liste der 100 meistgesuchten gefährlichen Verbrecher gestanden hatte.

Eine alte 'Ndrangheta- Fehde zwischen dem Nirta-Strangio-Clan und der Pelle-Vottari-Seite war Hintergrund der Bluttat in Duisburg, bei der Mitte August 2007 sechs Italiener im Alter von 16 bis 38 Jahren erschossen worden waren.

Der am Freitag verhaftete Clan-Boss ist der Vater jenes Mannes, dessen Ehefrau Maria Strangio an Weihnachten 2006 in San Luca von der verfeindeten Pelle-Vottari-Sippe getötet worden sein soll.

Rache dafür soll das Motiv des Nirta-Strangio-Clans für die Bluttat vor dem italienischen Restaurant «Da Bruno» in Duisburg gewesen sein. Dem Clan-Boss Nirta wird unter anderem ein anderer Mord im Zusammenhang mit der Fehde zwischen den verfeindeten Mafia- Familien vorgeworfen.

Verschärfte Anti-Mafia-Massnahmen

Gleichentags hat die neue italienische Regierung verschärfte Massnahmen zur Bekämpfung des organisierten Verbrechens versprochen. Der neue Justizminister Angelino Alfano bekannte sich zur Stärkung der Anti-Mafia-Behörde, die gegen die organisierte Kriminalität kämpft, und eine Reihe von Massnahmen, dank denen die Beschlagnahme von Besitztümern der Mafia erleichtert werden soll.

Die Polizeichefs sollen mehr Kompetenz im Kampf gegen die finanziellen Interessen der Mafia erhalten. Auch die Jagd nach Strohmännern der Mafiosi soll verschärft werden. Zwischen 2006 und 2007 seien 41 Millionen Euro beschlagnahmt worden, die im Besitz der Mafia stehen. (sda)

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