Weitere Unterstützung für Pfarrer Sabo
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Weitere Unterstützung für Pfarrer Sabo

Entgegen dem Antrag des Kirchenrates hat die Kirchgemeindeversammlung von Kleinlützel die Weiterbeschäftigung des umstrittenen Pfarrers Franz Sabo beschlossen.

Sabo hält in Kleinlützel Gottesdienste im Auftragsverhältnis.

Nach einer langen und emotionsgeladenen Diskussion war das Resultat klar: 63 Prozent der 130 stimmberechtigten Kirchenmitglieder sprachen sich am Donnerstagabend für eine Weiterbeschäftigung Sabos aus.

Der Kirchenrat wollte den Pfarrer nicht mehr beschäftigen, weil die Mitarbeitenden zunehmend unter den Druck von Bischof Kurt Koch gerieten. Ausserdem drohte der Abt des Klosters Mariastein, die Patres würden keinen Gottesdienst in Kleinlützel mehr feiern, wenn Sabo weiterbeschäftigt werde.

Der Kirchenrat beantragte, dass die Kirchgemeinde Sabos Forderungen nach einer Öffnung der Kirche unterstützt. Dies sollte in einer Sympathiebezeugung ausgesprochen werden. Diesem Antrag wurde mit 112 gegen 13 Stimmen bei sechs Enthaltungen zugestimmt.

Auch sollte ein offener Brief an Bischof Kurt Koch geschickt werden, in dem sich Kirchgemeindemitglieder enttäuscht darüber zeigen, dass der Bischof zu keiner Versöhnung mit Sabo bereit war. Der Umgang mit dem Pfarradministrator der Nachbargemeinde Röschenz BL sei unakzeptabel, heisst es in dem Brief.

In der Diskussion zeigten sich zahlreiche Kirchenmitglieder irritiert über die Anträge des Kirchenrates. Es sei nicht möglich, einerseits Sabo zu unterstützen und sich mit ihm zu solidarisieren und andererseits eine Weiterbeschäftigung anzulehnen.

Die Haltung der Patres wurde als Erpressung bezeichnet. ·Mit Nächstenliebe hat dies nichts zu tun·, sagte ein Kirchenmitglied. Kirchenratspräsident Thomas Gunti widersprach. Der Abt des Klosters und die Patres seien einfach nicht in der Lage, neben einem Pfarrer ohne Missio canonica einen Gottesdienst zu halten.

Gunti meinte, dass nun jene die Verantwortung für die Pfarrei übernehmen müssten, welche sich gegen den Kirchenrat ausgesprochen haben. Er und der Vizepräsident hatten schon früher den Rücktritt auf Anfang des nächsten Jahres angekündigt.

Ob Sabo weiter in Kleinlützel predigen wird, ist offen. Laut Gunti war der Pfarrer ziemlich entrüstet über den Antrag des Kirchenrates, ihn nicht mehr weiterzubeschäftigen.

Es seien unschöne Bemerkungen gefallen, sagte Gunti. Sabo habe sein weiteres Engagement in Kleinlützel vom Resultat der Kirchgemeindeversammlung des abhängig gemacht. Sabo selbst war an am Donnerstagabend nicht anwesend.

(sda)

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