Weiterer CH-Priester unter Pädophilieverdacht
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Weiterer CH-Priester unter Pädophilieverdacht

In der Diözese Lausanne, Genf und Freiburg steht ein weiterer Priester unter Pädophilieverdacht. Der Vorsteher des Kirchengerichts spricht von einer «Serie beunruhigender Informationen» in den letzten Wochen.

Offizial Nicolas Betticher leitete den Fall an die Justiz weiter, wie er im Westschweizer Fernsehen sagte. Weil es nicht der einzige Fall sei, habe er sich zu dem Schritt entschlossen und den Fall der weltlichen Gerichtsbarkeit übertragen. Da Ermittlungen im Gange seien, wolle das Bistum nicht bekannt geben, in welchem Kanton sie laufen.

Der Fall reiht sich hinter jenen des unter demselben Verdacht stehenden Kapuziners aus, der derzeit im Delsberger Kloster Montcroix lebt. Betticher hatte am Sonntag in einem Interview ein geheimes Einverständnis eingestanden. Nachdem der Kirche Entsprechendes zu Ohren gekommen sei, sei der Priester nach Frankreich versetzt worden.

Das Bistum habe seit 1989 gewusst, dass der Priester mindestens ein Kind missbraucht hatte. Die zivilen Gerichte seien nie informiert worden. In Frankreich verging sich der Kapuziner erneut an einem Kind.

Der 67-jährige Kapuzinerpriester ist geständig, seinen 12- jährigen Neffen im Jahr 1992 missbraucht zu haben. Weiter sagte er, in Frankreich sei es lediglich ein Mal zu Zärtlichkeiten mit einem Knaben gekommen. Die Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Jura verhörte ihn auf Ersuchen der französischen Behörden.

Ihm werden von Frankreich sexuelle Handlungen mit Minderjährigen vorgeworfen. Am Montag eröffnete die jurassische Staatsanwaltschaft ein Verfahren gegen den Mann. (sda)

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