Stadt Zürich - «Tempo 30 gefährdet Tram- und Bus-Angebot»
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Stadt Zürich«Tempo 30 gefährdet Tram- und Bus-Angebot»

Der Zürcher Stadtrat hat beschlossen, weitgehend Tempo 30 einzuführen. Die negativen Auswirkungen auf den öffentlichen Verkehr sollen abgefedert werden.

von
Thomas Mathis
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Bald soll in der gesamten Stadt weitgehend eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h gelten.

Bald soll in der gesamten Stadt weitgehend eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h gelten.

20min/Matthias Spicher
Das soll die Anwohnerinnen und Anwohner vor übermässigem Lärm schützen.

Das soll die Anwohnerinnen und Anwohner vor übermässigem Lärm schützen.

20min/Matthias Spicher

Nach Winterthur will nun auch der Zürcher Stadtrat weitgehend Tempo 30 einführen. Das heisst es in einer Mitteilung am Mittwoch. Damit soll die Bevölkerung vor übermässigem Strassenlärm geschützt werden. Temporeduktionen seien eine wirksame Massnahme, um die Entstehung des Lärms zu reduzieren. Rund 105’000 Zürcherinnen und Zürcher seien derzeit übermässigem Strassenlärm ausgesetzt.

Auf Strecken, an denen keine Anwohnenden von übermässigem Strassenlärm betroffen sind, soll weiterhin Tempo 50 gelten. Die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden werde erhöht und Lärm-sowie Umweltbelastungen gesenkt. Es biete auch die Möglichkeit für attraktivere Strassenräume und Plätze.

Umsetzung in Etappen

Die Umsetzung dauere mindestens bis 2030 und erfolgt in Etappen. In einem ersten Schritt sollen die Strecken mit geringen Auswirkungen auf den öffentlichen Verkehr geplant werden. Für jeden Abschnitt muss ein Verkehrsgutachten erstellt werden. In einem zweiten Schritt werden die übrigen Strecken bearbeitet – wo es spürbare Zeitverluste gibt und eine grössere Anzahl Fahrgäste betroffen sind.

Negative Auswirkungen auf öffentlichen Verkehr – etwa wie verlängerte Reisezeiten oder grössere Instabilitäten im Gesamtsystem – sollen abgefedert werden. Möglich sind etwa Optimierung von Lichtsignalanlagen, eigene Trassee oder Fahrbahnhaltestellen. Wo das nicht ausreiche, könne das Angebot nur durch zusätzliche Fahrzeuge und Personal aufrecht erhalten werden.

Mehrkosten für öffentlichen Verkehr

Das verursacht aber Mehrkosten. «Allerdings stellt der Kanton diese Mittel bis heute noch nicht zur Verfügung», heisst es in der Mitteilung. Bis zur Klärung dieser Grundsatzfrage sei der Stadtrat bereit, die Mehrkosten mit einer städtischen Übergangsfinanzierung zu tragen.

Die nicht geregelte Finanzierung macht Pro Bahn Zürich, der Interessenvertretung der Kundinnen und Kunden des öffentlichen Verkehrs, Sorgen. «Es droht eine Ausdünnung des Angebots, weil niemand die Mehrkosten tragen will», sagt Präsident Urs Schaffer.

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