Goldpreis-Manipulation: Weko nimmt Banken unter die Lupe
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Goldpreis-ManipulationWeko nimmt Banken unter die Lupe

Die Affäre weitet sich aus: Auch die Schweizer Wettbewerbsbehörde prüft ein Verfahren gegen Banken wegen Manipulationen im Goldhandel.

von
Isabel Strassheim
Nimmt die Banken ins Visier: Der Chef der Wettbewerbskommission, Rafael Corazza.

Nimmt die Banken ins Visier: Der Chef der Wettbewerbskommission, Rafael Corazza.

Nach dem Libor- und Devisenskandal könnte der UBS und der Credit Suisse ein neues Verfahren ins Haus stehen: Die Schweizer Wettbewerbsbehörde prüft die Eröffnung einer Untersuchung gegen in den Goldhandel involvierte Banken. «Bei uns laufen Abklärungen», sagt Weko-Sprecher Patrik Ducrey zu 20 Minuten. Ihm zufolge ist noch offen, ob und wann Ermittlungen aufgenommen werden. Auch gegen welche Banken sei noch unklar.

Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Weko dieselben Geldhäuser im Visier hat wie US-Behörden. Wie am Dienstag bekannt wurde, hat das US-Justizministerium einem Bericht des «Wall Street Journal» zufolge schon Ermittlungen gegen mindestens zehn weltweit operierende Banken aufgenommen – darunter die beiden Schweizer Grossbanken UBS und CS. Es geht darum, ob es Preisabsprachen im Handel mit Gold, Silber, Platin und Palladium gegeben hat. Auch die US-Handelsaufsicht soll eine Untersuchung eingeleitet haben.

Die Weko hatte sich schon Preisabsprachen der Banken beim Libor-Zinssatz wie auch im Devisenhandel vorgeknöpft. Erst im vergangenen November war es zu Bussen gekommen: Die UBS zahlte insgesamt 774 Millionen Franken wegen ihren Vergehen bei der Festsetzung der Wechselkurse. Ebenso kam es im vergangenen Jahr zur Verurteilung wegen der Manipulation des Referenzzinses Libor.

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