Drei weitere Firmen betroffen - Weko weitet Untersuchung in Baukartell-Affäre aus
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Drei weitere Firmen betroffenWeko weitet Untersuchung in Baukartell-Affäre aus

2019 flog durch einen Whistleblower auf, dass es im Kanton Graubünden mutmasslich seit Jahrzehnten zu illegalen Absprachen im Bauwesen kam. Nun dehnt die Wettbewerbskommission ihre Untersuchung aus.

von
Reto Heimann
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In Graubünden kam es mutmasslich seit Jahrzehnten zu Preisabsprachen im Bauwesen. (Symbolbild)

In Graubünden kam es mutmasslich seit Jahrzehnten zu Preisabsprachen im Bauwesen. (Symbolbild)

20min/Matthias Spicher
Die Weko weitet nun die Untersuchung auf weitere drei Unternehmen aus. (Symbolbild)

Die Weko weitet nun die Untersuchung auf weitere drei Unternehmen aus. (Symbolbild)

20min/Matthias Spicher
Seit 2000 soll es zu Preisabsprachen gekommen sein, der Kanton Graubünden erhält ein miserables Zeugnis vom Parlament deswegen.

Seit 2000 soll es zu Preisabsprachen gekommen sein, der Kanton Graubünden erhält ein miserables Zeugnis vom Parlament deswegen.

20min/Adriel Monostori

Darum gehts

  • Drei weitere Firmen sollen in die Büdner Baukartell-Affäre involviert sein.

  • Die Weko weitet darum ihre Untersuchung aus.

  • Schon Anfang Juni hatte das Parlament einen Bericht zur Affäre vorgelegt.

Die Bündner Baukartell-Affäre zieht weitere Kreise. Nachdem die Parlamentarische Untersuchungskommission Anfang Juni ihren Bericht dazu veröffentlichte, der der Bündner Regierung ein vernichtendes Zeugnis ausstellte, schaltet sich nun die Wettbewerbskommission erneut ein.

«Aufgrund der bisherigen Untersuchungsergebnisse existieren Indizien, dass drei weitere Unternehmen an den mutmasslichen Abreden im Baubereich beteiligt sein könnten», schreibt die Weko in einer Mitteilung. Zwei dieser Unternehmen hätten ihren Sitz im Kanton Tessin, ein weiteres sei in der büdnerischen Region Moesa tätig.

Jahrelang überhöhte Preise

Die Weko hatte im Sommer 2020 eine neue Untersuchung aufgenommen. Schon im Jahr 2019 ermittelte sie erstmals wegen Absprachen im Bauwesen. Entscheidenden Anteil daran hatte der Whistleblower Adam Quadroni, der die Weko informierte. Darüber berichtete auch das Onlinemedium «Republik» ausführlich.

Jahrelang hatten Bündner Baufirmen Preisabsprachen getroffen und Projekte untereinander verteilt. Die Folgen waren unter anderem überhöhte Preise, die die öffentliche Hand tragen musste. Wer alles davon wusste, involviert war und sich möglicherweise auch bereicherte, untersuchte eine parlamentarische Untersuchungskommission (PUK).

Der Bericht der PUK zeige nun, dass der Kanton bereits im Jahr 2000 Absprachen im Strassenbau vermutete. Auch Mitarbeiter sollen informiert gewesen sein. Das Einschreiten seitens des Kantons sei aber zu wenig konsequent gewesen. 2009 hätte man handeln können und müssen, machte der Whistleblower das kantonale Tiefbauamt doch schon damals auf die Missstände aufmerksam. Doch es geschah nichts. Die PUK stuft die Versäumnisse als Verstösse gegen die Dienstpflicht ein.

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