60 Tonnen Farbe: Welche Farbe hat der Eiffelturm?
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60 Tonnen FarbeWelche Farbe hat der Eiffelturm?

Olivgrün, Grau, Rostbraun? Sieben Millionen Besucher pilgern Jahr für Jahr auf das Pariser Wahrzeichen, doch die Erinnerung an seine Farbe bleibt für die meisten von ihnen diffus. Nun wird der Eiffelturm wieder neu gestrichen.

In seinen ersten Jahrzehnten wechselte die Hülle tatsächlich mehrmals, im Jahr 1899 war der Turm gar bunt gefiedert von Gelborange am Sockel bis zu Grüngelb auf den obersten Metern. Anfang der 60er Jahre war es ein leuchtendes Rotbraun.

«Aber seit 1968 hat er immer die gleiche Farbe, sein helles 'Eiffelturm-Braun',» sagt Jean-Bernard Bros, Präsident der Betreibergesellschaft SETE. «Künstler, Fotografen, alle Liebhaber des Eiffelturms sind sich einig, dass ihm dies am besten steht.» Der dezente Farbton harmoniert zudem mit den Pariser Dächern und Monumenten.

Zum Erbe des Turmschöpfers Gustave Eiffel gehört die Anordnung, den 324 Meter hohen Eisennagel alle sieben Jahre anzustreichen. Und da die Frist zum 18. Mal abgelaufen ist, sind am Dienstag 25 Maler mit 60 Tonnen Farbe sowie 1500 Pinseln und Rollen bewaffnet ans Werk gegangen. Unter strahlendem Frühlingshimmel setzte SETE-Chef Bros auf dem ersten Stockwerk den ersten Strich. «18 Monate Arbeit liegen vor uns», sagte er. Vier Millionen Euro kostet das neue Kleid.

Der regelmässige Anstrich ist notwendig, weil die Witterung die Farbe immer wieder abträgt. Von 60 Tonnen, die alle sieben Jahre auf die 250 000 Quadratmeter Stahl aufgetragen werden, bleiben jeweils nur rund zehn Tonnen übrig. Eines fernen Tages werden von dem Monument alle Farbreste, die sich in inzwischen 120 Jahren angesammelt haben, entfernt werden müssen. Aber Eile sei nicht geboten, sagt Bros, noch bestehe keine Gefahr für den Turm.

Vorsicht: Fallende Farbtöpfe

Gefahr für ihr eigenes Wohl sehen auch die Anstreicher nicht, die in Hunderten Metern über dem Marsfeld ihre Pinselstriche ziehen. «Ein leichter Job», sagt Moustaffa Kampak von der griechischen Firma, die den Auftrag für die Renovierung erhalten hat. «Sonst malen wir Brücken oder Schiffe an, das ist auch luftig. Aber ich freue mich über die Aufgabe: Unter der Turmspitze fühlt man sich wie ein Vogel.»

Vor dem Anstrich haben alle Maler ein Sicherheitstraining absolviert, zudem sind sie mit 50 Kilometern Seilen gesichert. Bislang rühmt sich der Eiffelturm, als einziges vergleichbares Monument der Welt noch keinen einzigen tödlichen Unfall vorweisen zu müssen. Doch ohne Risiko ist der Anstrich nicht. «Wenn ein Farbtopf aus 200 Metern in die Tiefe fällt, könnte er leicht einen Touristen erschlagen», räumt Bros ein. Zumal der Turm auch während der anderthalbjährigen Renovierung an keinem Tag geschlossen werden soll. (dapd)

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