Energy Challenge: Welche Glühbirnen sind am sinnvollsten?
Aktualisiert

Energy ChallengeWelche Glühbirnen sind am sinnvollsten?

Eine Leserin ist verwirrt: LED, Stromsparlampen oder doch konventionelle Glühbirnen? Dr. Energy bringt Licht ins Dunkel.

von
sts
Die Produktvielfalt bei LED-Birnen ist enorm. Das führt bei einigen Lesern zu Verwirrung.

Die Produktvielfalt bei LED-Birnen ist enorm. Das führt bei einigen Lesern zu Verwirrung.

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Ich bin Hauswartin in einem Gebäude mit sieben Stöcken. Das Licht im Treppenhaus funktioniert mit Zeitschalter. Welche Art von Glühbirnen sollen wir benutzen? Früher waren sie 60 Watt, heutzutage sind die Birnen teurer, aber halten nicht länger. Wird es besser, wenn ich Sparlampen einsetze und die Zeitschalter ausschalte? Insgesamt sind es 19 Birnen.

Caroline (53) aus Bern

Du bist nicht die einzige Leserin, die eine Frage zum Thema Beleuchtung hat. Eigentlich verständlich: Nachdem zuerst Stromsparlampen über alles gelobt worden waren, musste man die Nachteile meist selber in Erfahrung bringen. Ist nun mit LED-Birnen wirklich alles besser? Und wie gross ist die Energieeinsparung letztlich?

Grundsätzlich kann man sagen: Dort, wo eine Glühlampe – so der Fachbegriff für Glühbirne – passt, kann auch eine LED-Birne eingesetzt werden. Traditionelle Glühlampen sind mittlerweile von Gesetz her im Handel nicht mehr zugelassen. Inzwischen gibt es LED-Birnen in allen möglichen Varianten, ob mit Schraubsockel oder Bajonett-Sockel, mit einer hellen Lichtfarbe oder kuschelig warmweiss. Nostalgiker mögen sogar sogenannte Filament-LED verwenden, die fast gleich aussehen wie alte Glühlampen mit Kohlefaden.

Weniger Verbrauch, längere Lebensdauer

LED-Lampen haben zwei herausragende Eigenschaften: Sie verbrauchen deutlich weniger Strom als ihre Vorgänger und leben fast unendlich lange. Im Vergleich zu einer Halogenlampe mit einer Lebensdauer von 2000 Stunden liegt die Lebensdauer einer LED-Lampe bei bis zu 50'000 Stunden.

In einem Treppenhaus brennen Lampen etwa 1000 Stunden pro Jahr, das bedeutet, dass eine LED-Birne dort während 20 bis 30 Jahren ihren Dienst leisten wird!

Wichtigste Produktangaben: Lumen und Lichtfarbe

Die Produktvielfalt bei LED-Lampen ist enorm und Händler überbieten sich mit Aktionsangeboten. Beim Kauf sollte man genau hinschauen, denn die Produktunterschiede sind gross. Fehlen bei einem Produkt die Kennwerte auf der Verpackung, solltest du es besser liegen lassen.

Die zwei wichtigsten Angaben sind die Lumen (Lichtstrom) und die Lichtfarbe. Die Lumen sagen dir, welche Lichtmenge die Lampe abgibt: 40 Watt bei einer Glühlampe korrespondieren rund 470 Lumen bei einer LED-Lampe. 75 Watt bei einer Glühlampe entsprechen gut 1050 Lumen, während eine Glühlampe mit 100 Watt ungefähr die gleiche Lichtmenge abgibt wie eine LED mit 1500 Lumen.

Wie bei zahlreichen Haushaltsgeräten gehört auch bei einer Lampe eine Energieetikette auf die Verpackung. Eine gute LED-Lampe der Effizienzklasse A++ verbraucht etwa die halbe Strommenge gegenüber einer Stromsparlampe, die es nur in die Effizienzklasse A schafft. Stromsparlampen haben zudem eine unangenehme Eigenschaft: Sie haben eine schlechte Schaltresistenz, häufiges Ein- und Ausschalten schadet der Lampe und sie muss nach kurzer Zeit ersetzt werden.

Im Falle des von dir beschriebenen Treppenhauses ist die Sachlage klar: Mit einer LED-Lampe (Effizienzklasse A++) hast du eine Lösung, die sich mehrfach lohnt: Das Ein- und Ausschalten ist unproblematisch, der Stromverbrauch ist niedrig, und die Lampen haben eine lange Lebensdauer. Damit kann viel Geld gespart werden.

Vermischung von Lichtfarben ist schlecht für die Augen

Grosse Beachtung gilt der Lichtfarbe, die mit einer Farbtemperatur in Kelvin angegeben ist. Für den Gebrauch zu Hause und im Treppenhaus ist warmweiss (2700 bis 3000 Kelvin) ideal. Neutralweiss (4000 Kelvin) oder tageslichtweiss (6500 Kelvin) geben ein grelles Licht ab und sind für den Einsatz im Büro gedacht. Auch im Treppenhaus passt warmweisses Licht besser.

Lampen mit unterschiedlicher Lichtfarbe dürfen nicht vermischt werden. Das sieht nicht nur schlecht aus, sondern ist auch nicht gut für die Augen.

Und was ist mit Neonröhren?

Immer wieder werde ich gefragt, ob man auch Fluoreszenzlampen – die umgangssprachlich oft «Neonröhren» genannt werden – durch LED ersetzen sollte. Fluoreszenzlampen finden sich typischerweise in Tiefgaragen oder Lagerräumen. Auch wenn sie deutlich sparsamer sind als Glühlampen (Fluoreszenzlampen liegen in der Regel in der Effizienzklasse A), reduziert eine sogenannte LED-Tube den Verbrauch nochmals bis um das Vierfache.

Die LED-Tubes sind nämlich so gebaut, dass nur auf der unteren Seite Leuchtdioden angeordnet sind. So wird kein Licht nach oben abgegeben, wo es nicht benötigt wird. Aber aufgepasst: Die Einbaustellen für Fluoreszenzlampen sind mit Vorschaltgeräten ausgerüstet, die vor dem Einbau durch einen Fachmann überbrückt werden müssen.

Gutes und passendes Licht ist die Visitenkarte eines Hauses! Es lohnt sich, etwas Zeit in die Beleuchtung zu investieren. Wir haben bei Energieschweiz eine gute und leicht verständliche Broschüre mit dem Titel «Effiziente Beleuchtung im Haushalt» im Angebot. Diese kann gratis unter Energieschweiz.ch bestellt werden.

Dr. Energy

Jules Pikali beantwortet als Dr. Energy Leserfragen rund um das Thema Energie. Jules Pikali betreut zusammen mit anderen Energieberatern die Infoline von EnergieSchweiz. Das kostenlose Beratungsangebot des Bundesamts für Energie beantwortet Energiefragen von Privaten telefonisch oder via Kontaktformular: 0848 444 444 und www.energieschweiz.ch/beratung.

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