Medienkonferenz Coronavirus - Restaurants drinnen offen, Clubs müssen noch warten

Medienkonferenz CoronavirusRestaurants drinnen offen, Clubs müssen noch warten

Am Mittwoch hat der Bundesrat über weitere Corona-Lockerungsschritte diskutiert und diese an einer Medienkonferenz erläutert. Das Wichtigste gibt es im Ticker zum Nachlesen.

von
Reto Heimann
Restaurants sollen Innenräume öffnen können

Wenn es die epidemiologische Lage zulässt, soll es am 31. Mai in der Schweiz zu weiteren Lockerungen der Corona-Massnahmen kommen.

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Mittwoch, 12.05.2021

Zusammenfassung

Der Bundesrat hat heute folgende Öffnungsschritte für die Zeit nach dem 31. Mai angekündigt.

  • Veranstaltungen mit Publikum dürfen neu drinnen maximal mit 100, draussen mit 300 Personen stattfinden.

  • Bei privaten Veranstaltungen bleibt es allerdings bei max. zehn Personen drinnen und 15 draussen.

  • Die Restaurants dürfen ihre Innenräume öffnen. Dabei gelten weiterhin Beschränkungen wie die 4er-Regel pro Tisch und die Maskenpflicht, sobald man sich erhebt.

  • Keine Homeoffice-Pflicht für Betriebe, die regelmässig testen.

  • Auch beim Amateursport geht es vorwärts: Neu dürfen wieder 30 statt 15 Personen zusammen kommen. Publikum wird ebenfalls wieder zugelassen (max. 100 Personen drinnen, 300 draussen). Wettkämpfe sind allerdings nur draussen zugelassen.

  • Genesene und Geimpfte sollen nicht mehr in Quarantäne müssen (mit gewissen Ausnahmen). Dies gilt sowohl fürs Reisen als auch für die Kontakte innerhalb der Schweiz.

  • Die Höchstdauer für den Bezug von Kurzarbeitsentschädigung wird von 18 auf 24 Monate erhöht.

  • Neu dürfen 30 Personen zusammen musizieren, Theaterstücke aufführen oder sich sonst künstlerisch betätigen. Bei Auftritten dürfen es sogar 50 Personen sein.

  • An Hochschulen fällt die Beschränkung von 50 Personen beim Präsenzunterricht. Neu darf wieder die Hälfte eines Raumes genutzt werden.

  • Wellnessanlagen dürfen öffnen. Es gilt eine Beschränkung von 15 Quadratmeter pro Person.

Diese gehen nun noch einmal in die Konsultation. Ein endgültiger Entscheid wird am 26. Mai gefällt.

Medienkonferenz beendet

Damit ist die Veranstaltung beendet. Besten Dank für das Interesse.

Wieso gibts die Selbsttests nur in Apotheken?

Michael Gerber, Stv. Leiter Abteliung Recht: «Die Differenzierung ist darin begründet, dass sich die Menschen bei privaten Veranstaltungen vermischen.» Bei öffentlichen Veranstaltungen könne man dies mit zusätzlichen Massnahmen überwachen.

Spielt das Rahmenabekommen beim Covid-Zertifikat eine Rolle?

Guy Parmelin: «Ich denke, auch die EU ist interessiert daran, eine Lösung zu finden. Alles andere wäre in einer Pandemie ein Schuss ins eigene Knie. Das ist gesunder Menschenverstand.»

Wie wird sich der Bundesrat fürs Covid-19-Gesetz engagieren?

Guy Parmelin: «Leider gibt es wenige politische Veranstaltungen und Kontakte im Moment. Ich, und der ganze Bundesrat, werde aber weiterhin die Bedeutung des Gesetzes betonen.»

Sind Hochzeiten möglich?

Michael Gerber, Stv. Leiter Abteilung Recht: «Hochzeiten sind mit bis zu 30 Personen erlaubt. Die 100er resp. 300er-Regel gilt für Anlässe mit Publikum. Bei religiösen Veranstaltungen ist eine Erhöhung auf 100 Personen drinnen und 300 draussen geplant.»

Wieso bleibt so vieles zum Covid-Zertifikat noch unklar?

Alain Berset erläutert noch einmal die Projektgeschichte des geplanten Covid-Zertifikats. So sei unter anderem lange nicht klar gewesen, wie lange Genesene nicht-ansteckend bleiben. Die Erkenntnisse würden sich ständig entwickeln.

Wieso stellt der Bund AstraZenca der Covax-Initative zur Verfügung?

Alain Berset: «AstraZeneca ist ein sehr guter Impfstoff. Niemand zweifelt daran». Es habe immer eine Vereinbarung mit Covax bestanden. Der AstraZeneca Impfstoff, der in der Schweiz noch nicht zugelassen ist, böte hier nun eine zusätzliche Möglichkeit.

Guy Parmelin ergänzt, dass auch die Logistik eine Rolle spiele. So müsse dieser Impfstoff – im Gegensatz zu Pfizer/Biontech – nicht tiefstgekühlt transportiert werden. In vielen Ländern wäre dies ein Ding der Unmöglichkeit gewesen.

PCR-Tests fürs Reisen neu gratis?

Gemäss Fosca Gattoni, stv. Leiterin Sektion Heilmittelrecht BAG wird dies vorerst nicht der Fall sein.

Wird das Covid-Zertifikat EU-kompatibel?

Alain Berset betont, dass die Diskussionen weiter laufen. Er geht aber davon aus, dass auch die EU daran interessiert ist, eine Kompatibilität herzustellen. Gemäss Patrick Mathys braucht die Schweiz noch die technischen Angaben von der EU. Sollten diese von der Schweiz so umgesetzt werden können, sei eine Kompatibilität garantiert.

Müssen die Restaurants jetzt öffnen?

Guy Parmelin erklärt, dass die Kurzarbeitsentschädigung im normalen Betrieb künftig wieder an strenge Bedingungen geknüpft sein wird. Boris Zürcher, SECO-Leiter, betont aber, dass die Covid-Massnahmen weiterhin zur Verfügung stehen.

Fällt die 4er-Regel für Geimpfte?

Alain Berset: «Auch im Juni wird die Regel in den Innenräumen der Restaurants noch bestehen.» Anschliessend werde man schauen müssen, welche Rolle das Covid-Zertifikat spielen könne.

Diskriminierungen wegen wegfallender Quarantänepflicht

Alain Berset: «Man kann ja weiterhin reisen. Ausserdem wird die Impfung zunehmend für alle möglich. Wir versuchen, ein Gleichgewicht mit unseren Massnahmen zu schaffen.» Bis zum Anfang der dritten Phase wolle man dieses erreichen.

Werden die Kinder vergessen?

Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenmanagement BAG: «Es geht darum, möglichst viele Menschen so schnell als möglich zu schützen.» Die Kinder würden nicht vernachlässigt. Die Behörden schützen die Schweiz sowohl durch die Impfungen als auch durch die Begleitmassnahmen.

Was heisst «regelmässiges Testen»?

Fosca Gattoni, stv. Leiterin Sektion Heilmittelrecht BAG erklärt, dass die Unternehmen mindestens ein Mal pro Woche testen müssten.

Position der Schweiz im Patentschutz-Streit

Guy Parmelin sagt, dass die Schweiz sich an den internationalen Diskussionen rund um das Thema beteiligt.

Was passiert, wenn die Menschen sich nicht impfen lassen?

Alain Berset geht davon aus, dass das Coronavirus sich wie die saisonale Grippe entwickeln könnte. Er betont aber auch, dass die Leute Eigenverantwortung an den Tag legen müssen. «Ab dem Moment, wo ein Impfangebot für alle besteht, sind Schliessungen und Einschränkungen nicht mehr zu rechtfertigen.»

Setzt man die Jungen nicht neuen Risiken aus?

Alain Berset erklärt, dass immer mehr Kantone die Impfung für alle Erwachsenen öffnen. Ausserdem hegt der Bundesrat Hoffnungen, dass noch im Sommer eine Zulassung der Impfung für Kinder dazu kommt.

Ist die Öffnung von Innenräumen nicht zu gefährlich?

Alain Berset: «Wir erfahren bis heute noch Neues über die Verbreitung durch Aerosole. Die Differenz zwischen Innen- und Aussenräumen scheint aber riesig zu sein. Genau darum halten wir an den Beschränkungen, wie der Maskenpflicht, fest. Aber: Wir wollen auch eine Rückkehr zur Normalität.»

Kommen noch andere Impfstoffe?

Alain Berset: «Wir haben mit den mRNA-Produkten auf die richtigen Impfstoffe gesetzt.» Dieses Jahr können gemäss Berset noch Curevac und Novovax dazu kommen. «Wir müssen heute alles tun, um Schliessungen oder Einschränkungen im Winter zu verhindern.»