Russischer Einmarsch – Welche Rolle spielt die Neonazi-Miliz Asow im Ukraine-Krieg?

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Russischer EinmarschWelche Rolle spielt die Neonazi-Miliz Asow im Ukraine-Krieg?

Das rechtsradikale «Regiment Asow» verteidigt Mariupol verbissen gegen den russischen Feind. Doch das heisst nicht, dass die Miliz auf der Seite der Regierung in Kiew ist.

von
Karin Leuthold
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Kämpfer des Asow-Bataillons bereiten sich für einen Einsatz vor. Rund 2000 Männer kämpfen im Osten der Ukraine gegen Russland.

Kämpfer des Asow-Bataillons bereiten sich für einen Einsatz vor. Rund 2000 Männer kämpfen im Osten der Ukraine gegen Russland.

AFP
Die Miliz besteht aus Menschen der neonazistischen Szene. 

Die Miliz besteht aus Menschen der neonazistischen Szene. 

AFP
In Mariupol verteidigen sie die Bevölkerung vor den russischen Truppen.

In Mariupol verteidigen sie die Bevölkerung vor den russischen Truppen.

AFP

Darum gehts

  • Die rechtsradikale Asow-Miliz kämpft im Osten der Ukraine gegen Russland.

  • Mit der ukrainischen Regierung sind die Kämpfer aber unzufrieden.

  • Sie bezeichnen die Politik in Kiew als «absolut nutzlos».

In den Propaganda-Reden des Kreml wird immer wieder von einer «Entnazifizierung der Ukraine» gesprochen. Der Plan Moskaus ist es, unter anderem, das rechtsradikale ukrainische Asow-Regiment auszurotten. Deren Kämpfer haben sich andersherum der Zerstörung des russischen Feindes verschrieben. Doch auch mit der ukrainischen Regierung sind die Nationalisten nicht zufrieden.

Das Asow-Bataillon, gegründet 2014, als der Ukraine-Russland-Konflikt begann, formierte sich aus völkisch Gesinnten und Ultranationalisten, viele wurden aus der Hooligan-Szene rekrutiert. Der Name verweist auf das Asowsche Meer. Einer der Gründer der Miliz war Andrej Biletzki, Anführer der neonazistischen Organisationen Sozial-Nationale Versammlung und Patriot der Ukraine. 

Das Asow-Regiment verteidigt Mariupol

Als Erkennungszeichen trägt der Verband ein Emblem mit einer Wolfsangel, einem Symbol, das auch Hitlers SS benutzte. Noch 2014 wurde die Guerilla-Truppe offiziell in die ukrainischen Streitkräfte aufgenommen, fünf Jahre später gab es eine US-Initiative, das Regiment Asow als Terror-Organisation einzustufen. 2017 wurde die Grösse des Regiments auf mehr als 2500 Mitglieder geschätzt.

Derzeit verteidigt vor allem das rechtsextreme Asow-Regiment die Hafenstadt Mariupol, berichtet die «Deutsche Welle». «Dank ihrer Selbstaufopferung und der übermenschlichen Tapferkeit sind Zehntausende Leben in der ganzen Ukraine gerettet worden. Mariupol rettet heute sowohl Kiew als auch Dnipro und Odessa», meinte der ukrainische Verteidigungsminister Olexij Resnikow am Montag. Die Kämpfer des nationalistischen Regiments hätten dem russischen Feind zahlreiche Verluste zugefügt, bestätigte der Stadtrat von Mariupol.

Asow-Miliz und Regierung in Kiew nicht auf derselben Linie

Doch die Asow-Kommandeure agieren – obwohl sie Teil der ukrainischen Nationalgarde sind - bis heute autonom, wie es in einem «Stern»-Bericht heisst. Sie bildeten in den vergangenen Monaten auf eigene Faust Bürgerwehren gegen den drohenden russischen Einmarsch aus. Sie brachten der Bevölkerung bei, wie man eine Waffe hält oder eine blutende Gliedmasse abbindet. Auf einem eigenen Telegram-Kanal hält die Leitung der Miliz über 46'000 Follower auf dem Laufenden.

Die Beziehung zur Regierung in Kiew bleibt zerrüttet. Schon Anfang Jahr hatte Asow-Kommandeur Maxim Zhorin behauptet, die Regierung sei «absolut nutzlos». Man habe deshalb die Aufgabe der Verteidigung der Bevölkerung selbst übernommen. 

Die rechtsradikale Miliz hat Schutzmächte in hohen ukrainischen Staatsämtern, berichtet «Stern» weiter. Mit der Amtsübernahme von Präsident Wolodimir Selenski 2019 änderte sich das nicht.

Auch wenn das Asow-Bataillon momentan für die Ukraine kämpft, wird sich später noch zeigen, ob die Miliz wirklich eine Alliierte der demokratischen Regierung in Kiew bleibt.

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Fragen und Antworten zum Krieg in der Ukraine (Staatssekretariat für Migration)

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Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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