Sonnenvitamin: Welche Rolle spielt Vitamin D in der Corona-Pandemie?
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SonnenvitaminWelche Rolle spielt Vitamin D in der Corona-Pandemie?

Schützt Vitamin D nun vor Corona oder nicht? Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung ist der Frage nachgegangen. Das ist ihr Fazit.

von
Fee Anabelle Riebeling
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Vitamin D wird derzeit von einigen Menschen als heissester Tipp gehandelt, um sich vor einer Ansteckung mit Sars-CoV-2 zu schützen. Ob das stimmt, hat nun die Deutsche Gesellschaft für Ernährung geprüft. 

Vitamin D wird derzeit von einigen Menschen als heissester Tipp gehandelt, um sich vor einer Ansteckung mit Sars-CoV-2 zu schützen. Ob das stimmt, hat nun die Deutsche Gesellschaft für Ernährung geprüft.

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Ihr Fazit: «Die vorliegenden Studien geben zwar Hinweise auf eine potenzielle Assoziation zwischen einem niedrigen Vitamin-D-Status und einem erhöhten Infektionsrisiko mit Sars-CoV-2 sowie  einem schwereren Covid-19-Verlauf, die Ergebnisse sind jedoch unzureichend, um eine Ursache-Wirkungs-Beziehung nachzuweisen.»

Ihr Fazit: «Die vorliegenden Studien geben zwar Hinweise auf eine potenzielle Assoziation zwischen einem niedrigen Vitamin-D-Status und einem erhöhten Infektionsrisiko mit Sars-CoV-2 sowie einem schwereren Covid-19-Verlauf, die Ergebnisse sind jedoch unzureichend, um eine Ursache-Wirkungs-Beziehung nachzuweisen.»

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Auch aus Sicht Schweizer Experten hat Vitamin D keine nachweislichen Effekte in der Bekämpfung des Corona-Virus.

Auch aus Sicht Schweizer Experten hat Vitamin D keine nachweislichen Effekte in der Bekämpfung des Corona-Virus.

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Darum gehts

  • Die Bedeutung von Vitamin D im Kampf gegen das Coronavirus wird seit Monaten diskutiert.

  • Nun haben sich auch Experten aus Deutschland dem Thema gewidmet.

  • Ihr Fazit ist eindeutig uneindeutig.

In der Pandemie sind nicht nur Masken, Massnahmen und Lockerungen ein Thema, sondern auch Vitamin D, auch als Sonnenvitamin bekannt. Und das immer wieder. Seit Beginn wird die Bedeutung des Hormons intensiv diskutiert: Senkt es das Risiko für einen schweren Verlauf? Oder kann es gar eine Ansteckung mit dem Coronavirus verhindern? Final beantwortet war bisher keine der Fragen. Auch die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE) konnte sie nicht klären (siehe Box).

Nun hat sich das Pendant aus Deutschland – die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) – des Themas angenommen und die derzeit vorliegenden Studien analysiert. Doch auch ihre Experten kommen zu keinem eindeutigen Schluss: Die Arbeiten «geben zwar Hinweise auf eine potenzielle Assoziation zwischen einem niedrigen Vitamin-D-Status und einem erhöhten Risiko für eine SARS-CoV-2-Infektion beziehungsweise einem schwereren Covid-19-Verlauf, die Ergebnisse sind jedoch unzureichend, um eine Ursache-Wirkungs-Beziehung nachzuweisen.»

Das verschwundene Positionspapier

Im Oktober 2020 publizierte die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE) ein Positionspapier, in der ein Zusammenhang zwischen einer Unterversorgung von Vitamin D und anderen Nährstoffen und der vergleichsweise hohen Infektions- und Sterberate bei Coronapatienten in der Schweiz hergestellt wurde.

Aber kurz nach der Veröffentlichung war es auch schon wieder von der Website verschwunden. Stattdessen fand man dort eine Berichtigung der SGE vor: Man habe nicht den Eindruck erwecken wollen, dass Vitamin D an die gesamte Bevölkerung zur Bekämpfung des Coronavirus abgegeben werden müsse. Richtig sei, «dass eine ausgewogene Ernährung die beste Basis für ein gut funktionierendes Immunsystem ist.» Die SGE bleibt allerdings dabei, dass Vitamin D für gewisse Bevölkerungsgruppen sinnvoll und notwendig ist. Etwa Menschen in der Risikogruppe sowie Schwangere und Stillende. Die Einnahme von Supplementen sollte jedoch immer mit der Ärztin oder dem Arzt abgesprochen werden.

«Keine konkrete Empfehlung»

Anhand der aktuellen Datenlage könne nach wie vor «keine konkrete Empfehlung für eine Vitamin-D-Supplementation zur Reduzierung des Risikos für eine Sars-CoV-2-Infektion oder der Schwere des Verlaufs einer Covid-19-Erkrankung ausgesprochen werden», so die DGE-Autoren. Insbesondere bei Personen mit adäquatem Vitamin-D-Status sei bisher nicht nachgewiesen, dass eine Vitamin-D-Supplementation einen diesbezüglichen Zusatznutzen hat. Es brauche mehr Studien zum Thema.

Generell gilt Vitamin D als wahrer Tausendsassa. So ist es für ein gesundes Immunsystem unerlässlich und spielt auch beim Knochenaufbau und der Zahnbildung eine relevante Rolle. Zudem soll es das Gehirn stärken. Auch vor Krebs soll es schützen, genauso wie vor Osteoporose, Parkinson, Diabetes und Demenz. Dennoch sollte man es nur in Rücksprache mit einem Arzt oder einer Ärztin einnehmen, da eine Überdosierung gefährlich werden kann. Zu den unerwünschte Wirkungen zählen die Bildung von Nierensteinen oder Nieren­verkalkungen.

Hast du oder jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

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