«Undercover Boss»: Welchen Chef möchten Sie putzen sehen?
Aktualisiert

«Undercover Boss»Welchen Chef möchten Sie putzen sehen?

Mit «Undercover Boss» landete RTL einen Quotenhit. Für die Doku tauschten Konzernchefs den Anzug mit Kochschürze oder Blaumann. Welchen Schweizer Chef würden Sie gerne an seine Grenzen bringen?

von
bbe

Toiletten schrubben statt Bilanzen lesen oder Tiefkühl-Produkte verkaufen statt interne Memos verfassen – Deutschlands Chefs tauschten für die RTL Real-Life-Doku «Undercover Boss» die Seiten. Unter einem Pseudonym schmuggelten sie sich bei der «Basis» rein, schnupperten in verschiedenste Bereiche ihres Unternehmens rein.

Chef dank Austausch «geerdet»

So hackte Marcus Smola (44) in der Hotel-Küche Zwiebeln klein. Normalerweise kümmert sich der Deutschland-Chef der Best Western Hotels nicht um solche Kleinigkeiten. Auch der Tag als Service-Mitarbeiter und Pool-Boy machte dem Anzugträger Eindruck. Nach einer Woche als Hilfsarbeiter Helmut Brückner glaubt er die Sorgen seiner rund 5000 Mitarbeiter besser zu kennen. Auch bei Johannes Borgmann, Chef der ACDO Umweltdienste hinterliess das Experiment bleibenden Eindruck. Als Hilfsarbeiter Jupp Baumbach schnupperte er ins Kerngeschäft seiner Dixi-Klo-Vermietungsfirma hinein. «Ich habe sehr viele Erfahrungen gesammelt, das hat mich wieder geerdet», schwärmt Borgmann. Und Mika Ramm vom Eismann Tiefkühl-Service machte sich mittels «Undercover Boss» auf die Suche nach «Missständen und Schwachstellen» in seinem Unternehmen.

Traumquoten trotz altem Hut

Das Konzept der Sendung schlug ein wie eine Bombe. Nicht nur in Deutschland. Die Doku war in Grossbritannien 2009 bereits ein Quotenhit. In Amerika sahen im Februar 2010 38.6 Millionen Zuschauer die erste Folge der ersten Staffel. In beiden Ländern läuft bereits erfolgreich die zweite Staffel. Auch Australien, Kanada, Dänemark, Finnland, Frankreich, den Niederlanden, Neuseeland, Norwegen, Südkorea und Schweden übernahmen das Konzept. Ein soziales Experiment, das offensichtlich einschlägt – und eigentlich ein alter Hut ist. In den früher 80er-Jahren schlich sich Enthüllungs-Journalist Günter Wallraff während zwei Jahren unter dem Pseudonym Ali Levent Sinirlioglu als türkischer Gastarbeiter bei grossen Firmen (McDonald's, Thyssen) ein. Dabei entstand der Bestseller «Ganz unten». «Undercover Boss» rezikliert das Prinzip und verwandelt die ehemals sozialkritische Beobachtung in süffige Fernsehunterhaltung. Die Quote beweist: Die Zuschauer lieben es, wenn sich ein Chef zum Underdog macht. Im Durchschnitt sahen 5.55 Millionen Zuschauer (Quelle RTL) zu, wenn sich Anzugträger in den Blaumann schmeissen. Das entspricht einem Marktanteil von 17.7 Prozent.

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