22.10.2020 16:20

Eine Million Schweizer betroffenWelchen Zweck hat die Migräne?

20-Minuten-Leserinnen und -Leser berichten von ihrer Migräne – der Neurologe Andreas Schiller gibt Tipps und klärt über die Krankheit auf.

von
Remo Schraner
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20-Minuten-Leserinnen und -Leser berichten von ihrer Migräne – ein Experte gibt Tipps und ordnet ein.

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20-Minuten-Leserinnen und -Leser berichten von ihrer Migräne – ein Experte gibt Tipps und ordnet ein.

Darum gehts

  • 20-Minuten-Leserinnen und -Leser berichten von ihrer Migräne.

  • Migräneexperte Dr. med. Schiller klärt in der Slideshow über Migräne-Symptome auf.

  • Im Interview beantwortet er die wichtigsten Fragen zur Krankheit.

«Einige Migräniker sind suizidgefährdet»

Dr. med. Andreas Schiller ist Facharzt FMH für Neurologie und berät Migränepatienten. 

Dr. med. Andreas Schiller ist Facharzt FMH für Neurologie und berät Migränepatienten.

zVg

Herr Schiller, hat die Migräne eine Funktion?

Nein. Die Migräne ist eine Fehlregulation von gewissen Gehirn-Transmittoren, die Schmerz verbreiten.

Warum haben einige Menschen Migräne, andere nicht?

Für eine Migräne braucht man eine genetische Veranlagung. Die Hälfte der Migräniker hat es von ihren Eltern geerbt.

Stress allein kann also keine Migräne auslösen?

Wenn die Veranlagung fehlt, dann nicht. Ein Beispiel: In meinem Job habe ich viel Stress, hatte aber noch nie eine Migräne.

Wie viele Menschen in der Schweiz haben Migräne?

Man geht davon aus, dass es sich um rund eine Million Menschen handelt. Bei Frauen ist die zyklusabhängige Migräne häufig, weswegen sie etwa dreimal häufiger als Männer an Migräne leiden.

Betroffene übergeben sich oft bei einer Migräne. Warum?

Die Migräne ist ein komplexes neurologisches Syndrom und betrifft den Hirnstamm. Dort werden gewisse Transmittoren angeregt, die das Erbrechen auslösen. Viele Patienten spüren danach eine kurzzeitige Erleichterung.

Das Erbrechen hat also eine positive Wirkung?

So würde ich das nicht sagen. Denn eine wirkliche Funktion hat das Erbrechen nicht.

Wie gut ist die Migräne erforscht?

Vieles ist noch ungeklärt, aber die Forschung ist auf einem guten Weg. So wurden neue Medikamente entwickelt, speziell für Patienten, denen mit den bisherigen Medikamenten nicht ausreichend geholfen werden konnte.

Wie vielen Patienten konnte man bisher nicht helfen?

Über 90 Prozent der Patienten können so behandelt werden, dass sie ihren Alltag gut meistern können. Es gibt aber eine Minderheit, die entweder gar nicht oder nicht gut auf die Medikamente anspricht. Einige von ihnen sind suizidgefährdet.

Die Patienten sind suizidgefährdet, weil sie die Schmerzen nicht aushalten?

Nicht nur. Migränepatienten haben ein höheres Risiko, an einer psychischen Krankheit wie Depression oder Angststörung zu leiden.

Wieso?

Das ist nicht ganz klar. Wichtig ist in diesen schwierigen Situationen eine engmaschige fachärztliche Betreuung.

Ist Migräne heilbar?

Nein, die Migräne ist derzeit nicht heilbar, aber behandelbar.

Bleiben Migränen ein Leben lang?

Nein, Migränen kommen immer in Phasen. Ich habe auch schon Patienten erlebt, die einmal einen Migräneanfall hatten und dann nie wieder.

Neben Medikamenten: Was hilft gegen die Migräne?

Körperliche Aktivitäten wie leichtes Joggen oder Fahrradfahren. Ein wöchentliches Ausdauertraining von 90 Minuten genügt bereits. Dann empfiehlt es sich, auf Alkohol, Nikotin und Geschmacksverstärker zu verzichten und den Kaffeekonsum zu mässigen.

Du möchtest mehr über das Thema wissen? Lies hier das Migräne-Schicksal von M.: Bei seiner ersten Migräne-Attacke war er sechs Jahre alt.

Hast du Migräne?Hier findest du Hilfe:

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106 Kommentare
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24.10.2020, 00:12

Migräne erinnert an die fehlenden acht Bier, die morgens gegen 9:00 Uhr zu verabreichen wären. Mehr nicht

raim

24.10.2020, 00:11

Mir hilft nur thomapyrin Leider nur in Deutschland erhältlich. Nehme 2 Tabletten auf einmal... Dann hilft es. Bleibt gesund

Manu_Grisu

23.10.2020, 21:25

Ich (w 30) hatte vor gut 6 Jahren den Höhepunkt meiner Migräne-Attacken, also auch wöchentlich. Meine eineiige Zwillingsschwester hat die Migräne immer noch. Was mir am meisten geholfen hat, war mein soziales Umfeld zu wechseln. Bei mir war der zwischenmenschliche Stress der Hauptauslöser (einmal Freundeskreis und einmal Arbeitsumfeld). Ausserdem habe ich angefangen Sport zu machen und seit 3.5Jahren gehe ich alle 3 Wochen in die Massage. Heute lebe ich fast ohne Migräne (vielleicht 4x pro Jahr). Seit etwa 4 Jahren nehme ich keine starken Akut-Medikamente mehr, d.h. ein Algifor forte 400 reicht aus. Ausserdem befolge ich immer folgendes "Migräne-Ritual": "Algifor liquid Caps" mit Wasser einnehmen und im Anschluss einen doppelten Espresso mit Zucker, reicht das nicht aus, gehe ich nach 30min die Zähne putzen und spüle mit scharfer Listerin-Mundspülung. Was auch immer geht (wenn zur Hand) Ingwer-Scheiben kauen. Die Schärfe setzt einen anderen Schmerz-Impuls.