Tennis-Rating: Welcher Match riss mehr mit als Federer vs. Stan?

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Tennis-RatingWelcher Match riss mehr mit als Federer vs. Stan?

Das beste ATP-Spiel 2014 war ein Schweizer Duell. Wie steht die Partie Federer-Wawrinka an den ATP World Tour Finals aber im Vergleich der letzten 15 Jahre da?

von
ofi

Der Halbfinal der ATP World Tour Finals in London zwischen Roger Federer und Stan Wawrinka ist das beste Spiel des Jahres 2014. Wo steht die Partie aber im Vergleich mit den besten, legendärsten, epischsten Partien der Neuzeit?

Mit der Frage, was ein Tennisspiel zu einem epischen Match macht, kann man alleine schon eine abendfüllende Diskussion führen. Die Auswahl, die 20 Minuten zur Abstimmung stellt, beinhaltet Matches, die umkämpft waren, bei denen die beiden Kontrahenten ihr bestes Tennis zeigten, die hin und her wogten und die emotional bewegten. Die Auswahl erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist selbstverständlich von einer rot-weissen Schweizer Brille gefärbt.

Die Auswahl in chronologischer Reihenfolge:

2001, Wimbledon, Achtelfinal zwischen Roger Federer und Pete Sampras. Der Youngster Federer ringt den Wimbledon-Dominator Sampras in fünf Sätzen nieder. Die Wachablösung wurde eingeläutet:

2001, Wimbledon, Final zwischen Goran Ivanisevic und Patrick Rafter. Der Kroate erreichte zum vierten Mal den Wimbledon-Final – als Nummer 125 der Welt, dank einer Wildcard. Nie gewann ein tiefer klassierter Spieler ein Grand-Slam-Turnier:

2001, US Open, Viertelfinal zwischen Pete Sampras und Andre Agassi. Die beiden verband eine jahrelange Rivalität und unzählige Duelle. Als sich beide Karrieren langsam dem Ende näherten, lieferten sie sich das wohl beste Spiel gegeneinander:

2003, Australian Open, Viertelfinal zwischen Andy Roddick und Younes El Aynaoui. Die Affiche versprach nichts besonders, umso eindrücklicher spielten sich die beiden ins allgemeine Tennisgedächtnis. Der letzte Satz (21:19) war lange der längste und umkämpfteste Satz an einem Grand-Slam-Turnier:

2005, Australian Open, Halbfinal zwischen Roger Federer und Marat Safin. Die zwei komplettesten Spieler jener Jahre lieferten sich einen Fünfsätzer auf überragendem Niveau:

2008, Wimbledon, Final zwischen Roger Federer und Rafael Nadal. Federer kämpft sich nach 0:2-Satzrückstand zurück, verliert den fünften Satz bei einbrechender Dunkelheit mit 7:9:

2009, Wimbledon, Final zwischen Roger Federer und Andy Roddick. Selten hatte der Schweizer mit Roddick so zu kämpfen. Über fünf Sätze lang jagte der Amerikaner Federer über den Platz, um am Ende den Entscheidungssatz doch mit 14:16 zu verlieren:

2010, Wimbledon, Erste Runde zwischen John Isner und Nicolas Mahut. Der Amerikaner und der Franzose lieferten sich den längsten Tennismatch aller Zeiten. Insgesamt elf Stunden und fünf Minuten, über drei Tage hinweg, kämpften die beiden. Der 5. Satz endete mit 70:68 für Isner:

2012, Australian Open, Final zwischen Novak Djokovic und Rafael Nadal. Das Spiel gilt als bestes an den Australian Open überhaupt. Djokovic holte sich den Titel in 5:53 Stunden, dem längsten Grand-Slam-Final aller Zeiten:

2014, ATP World Tour Finals, Halbfinal zwischen Roger Federer und Stan Wawrinka. Das offiziell beste Spiel des Jahres 2014 endete dramatisch. Federer wehrte vier Matchbälle ab, holte sich den Sieg, bezahlte diesen aber mit einer Verletzung, die ihn zum Forfait vor dem Final zwang:

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