Shopping-Statement: Welcher Säckli-Typ sind Sie?
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Shopping-StatementWelcher Säckli-Typ sind Sie?

Die Raschelsäcke kosten nun 5 Rappen – spätestens jetzt stellt sich die Frage: Wie rüste ich mich für den nächsten Einkauf aus?

von
Isabel Strassheim

Der Raschelsack an der Kasse ist nicht mehr gratis: Die ersten Zürcher Coop-Filialen haben die Regelung schon eingeführt, Migros zieht ab dem 1. November nach. Die Detailhändler wollen die Konsumenten so zum Umsteigen bewegen. Der Verbrauch der Plastiksäcke soll so stark zurückgehen. Das Ziel von Coop ist eine Reduktion um 80 Prozent. Welcher Shopping-Säckli-Typ sind Sie?

Der Convenience-Typ Shoppen ist spontan. Und bequem. Mehr als die Kreditkarte oder das Handy braucht es dafür nicht, egal ob es um einen Kaffee zum Mitnehmen oder um den Grosseinkauf fürs Wochenende geht. Die Frage nach dem Sack stellt sich erst an der Kasse. Und dann greift er je nach Laune zu fünf Raschelsäckli oder zu den schick bedruckten Mehrweg-Plastiksäcken. Der Preis spielt keine Rolle. Jedenfalls solange er nicht über vier Franken hinausgeht. Denn dafür würde er dann lieber einen Kaffee im Pappbecher trinken gehen.

Die Sammlerin Bei ihr landen die Raschelsäckli nie im Kehricht. Sie verstaut sie zu Hause im Schrank, damit sie sie beim nächsten Einkauf wieder verwenden kann. Sie ist nämlich ökobewusst. Dummerweise vergisst sie jedoch den verstauten Sack beim nächsten Mal wieder mitzunehmen und muss dann zu einem neuen greifen, schlechtes Gewissen hin oder her. Immerhin faltet sie ihn zu Hause dann auch wieder zusammen und legt ihn in den Schrank, der mit der Zeit zu einer echten Plastik-Sammelstelle wird.

Der Wankelmütige Am Wochenende fährt er mit dem Velo extra einige Kilometer zum Hofladen des regionalen Bauern, um stolz Milch, Kartoffeln und Bio-Eier zu posten. Stoffbeutel oder Rucksack hat er dabei, das ist klar. Am Montag dann in der Mittagspause holt er Müsli und Brötli beim Supermarkt nebenan

und greift rasch zum Raschelsack, damit er auf dem Rückweg die Hände halbwegs frei zum Telefonieren oder Surfen hat. Der Stoffbeutel ist für ihn irgendwie nicht alltagstauglich.

Der Öko-Typ Wenn er auf die Strasse geht, dann nie ohne Stofftasche. Die kramt er aus der Jacke heraus, egal ob er im Supermarkt Joghurt kauft oder im Modeladen eine Hose. Denn beim Anblick der Plastiksäcke an der Kasse hat er sogleich die Bilder von an Mikro-Plastik verendeten Seevögeln vor Augen oder die Müllinsel im Pazifischen Ozean, die grösser ist als Indien. Auch fürs Brot oder fürs Gemüse benutzt er deswegen am liebsten Stoffbeutel.

Die Freestyle-Transporteurin Sie hat zwar meistens keinen Sack oder Beutel dabei, will aber trotzdem nicht zum Plastiksack greifen. Was nun? Die paar Einkäufe kann sie auch so über die Strasse bringen. Zur Not steckt sie in den Netzbeutel, in denen die Orangen abgepackt sind. Brot, Joghurt und Chips klemmt sie einfach unter den Arm. Das kann allerdings auch schiefgehen und das Joghurt auf der Gasse landen.

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