Aktualisiert 05.07.2012 07:02

Best Friend ForeverWelcome back, Payne!

Neun lange Jahre war «Max Payne» wie vom Erdboden verschluckt. Nun ist er zurück und es fühlt sich an, als wäre er nie fortgewesen. Ein persönlicher Willkommensgruss von einem langjährigen Freund.

von
Patrick Toggweiler

Es gibt Menschen, die kann man jahrelang aus dem Blickfeld verlieren, und wenn man sie dann wieder trifft, fühlt es sich an, als hätte man sich nie getrennt. Du bist ein solcher Typ Max Payne - ein guter Typ.

Kennengelernt habe ich dich vor elf Jahren. Du warst ein Cop aus New York, versessen darauf, die Morde an deiner Frau und deinem Kind zu rächen. Im Gegensatz zu meinen anderen Spielgefährten aus dieser Zeit, dem Marine aus «Doom», den «Master Chief» aus «Halo» und den Amphetaminjunkies aus «Quake 3», warst du kein gesichtsloser Recke. Du trugst dein Herz stets auf der belegten Zunge, untermalt von einem schwermütigen Cello. Dein Innenleben war fast so interessant wie deine Abenteuer. Ein Novum für diese Zeit.

Der Vergangenheit nicht nachtrauern

Seit unserem letzten Treffen sind neun Jahre vergangen. Deine unverwechselbare Stimme ist dir geblieben. Das Cello sägt noch immer. Deinen Sarkasmus hast du in den vergangenen Jahren perfektioniert. Du bist noch härter geworden, Max, noch bärbeissiger – aber auch ehrlicher und deshalb interessanter.

Dass du mittlerweile wegen harter Dollars und nicht mehr der Liebe wegen den Tod bringst, ist Teil deiner Entwicklung. Ab einem bestimmten Alter wirken Schiessereien in the Name of Love nur noch albern. Auch früher hielten dich nicht Luft und Liebe, sondern die Bullet Time und haufenweise Painkiller am Leben.

Dein Pech ist mein Glück

Das Schicksal besitzt durchaus Ironie. Sonst wären wir uns kaum ausgerechnet in Brasilien wiederbegegnet. Nirgendwo wird Lebensfreude ausgelassener zelebriert - kein Umfeld könnte dir stärker widerstreben. Der rücksichtslosen Fröhlichkeit kannst du nur betrunken standhalten. Dein Pech ist mein Glück: Ausgerechnet in dem von dir so verschmähten Umfeld säufst und läufst du zur Hochform auf.

Max, du überzeugst mich wieder bis ins letzte Detail. Eben weil du dich weiterentwickelt hast, ohne deinen Charakter zu verraten. Denn eigentlich hatte ich bereits mit deiner Sorte Abenteuer gebrochen. Zu eintönig wurde mir die Ballerei. Mit dir hingegen macht es wieder Spass – und trotz selbstmörderischen Alkoholpegels steckt noch unendlich viel Action in deinen alten Knochen. Mein Freund, trotz grosser Erwartungen hast du mich nicht enttäuscht.

Lesen Sie hier eine Gegendarstellung des Game-Redaktors Jan Graber.

Die «Max Payne»-Reihe

Erfunden wurde Max Payne vor zehn Jahren vom finnischen Entwicklerstudio Remedy. Das Studio brachte den ersten und zweiten Teil von «Max Payne» heraus, beide Titel waren bekannt für ihren Film-Noir-Stil, die tiefgründige Story, den bitteren Sarkasmus der Hauptfigur und die Comicsequenzen, mit denen die Ladezeiten des Spiels überbrückt wurden. Eine Neuerung, die in der Folge Schule machte, war auch die sogenannte Bullettime: die Verlangsamung der Zeit, in der Max in Ruhe seine Feinde abknallen konnte. Dafür hatte er keine Möglichkeit, in Deckung zu gehen.

2004 übernahm das amerikanische Studio Rockstar («GTA», «Red Dead Redemption») die Entwicklung von «Max Payne 3». Es ist der erste reine 3rd-Person-Shooter des Studios; Rockstar ist eher bekannt für seine Open-World-Spiele, in denen Spieler sich frei in der Gamewelt bewegen und neben der Hauptmission zahlreiche Nebenmissionen erfüllen.

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