Aktualisiert 27.10.2009 22:39

VorstossWelsche sollen auf Froschschenkel verzichten

Mit einer Plakataktion und einem parlamentarischen Vorstoss sollen Froschschenkel von Schweizer Speisekarten verbannt werden. Vor allem im Welschland gilt der Froschschenkel immer noch als Delikatesse.

von
dp

Rund 153 000 kg Froschschenkel werden jährlich in der Schweiz gegessen – fast ausschliesslich im Welschland. «Es ist eine Schande, dass jährlich fast einer Million Frösche für Schweizer Gourmetgaumen bei lebendigem Leib die Beine ausgerissen werden», sagt Samuel Debrot, Präsident der Waadtländer Tierschutzorganisation SVPA. Dabei werde gerade mal 20 Prozent des Tiergewichts konsumiert – «eine Riesenverschwendung», so Debrot. Deshalb startet er im November eine Kampagne gegen «diesen inakzeptablen Handel».

Auch die grüne National­rätin Maya Graf wird mit Unterstützung des Schweizer Tierschutzes STS im Dezember einen parlamentarischen Vorstoss für ein Verbot von Froschschenkelimport einreichen. Dass ein solches Verbot gegen die WTO-Handelsregeln verstösst, kümmert Peter Schlup vom STS nicht. Schlup: «Es ist ein Skandal, dass im Welschland sogar die Migros noch Froschschenkel anbietet.» Selbst Sternekoch Peter Knogl räumt ein, dass der Froschschenkelkonsum «ethisch problematisch» sei. Die umstrittene Delikatesse aber sei gut im Geschmack, vergleichbar mit Poulet- oder Kalbfleisch.

Auch der Präsident des Zürcher Gastgewerbeverbandes, Ernst Bachmann, hat bereits Froschschenkel gekostet, «mal mit Butter oder einer leckeren Sosse». Er findet: «Die Tierschützer sollen aufhören, so ein Theater zu machen. Es ist doch jedem selbst überlassen, was er isst und was nicht.»

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