Wer zahlt, befiehlt: Welsche wettern gegen schwache Ja-Kantone
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Wer zahlt, befiehltWelsche wettern gegen schwache Ja-Kantone

Die Nettozahler an den Finanzausgleich haben die SVP-Initiative abgelehnt, die Geldempfänger zugestimmt. Darum will Genf künftig weniger Geld an Ja-Kantone zahlen.

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Der Genfer Wirtschaftsminister Pierre Maudet ärgert sich über das Ja der finanzschwachen Kantone.

Der Genfer Wirtschaftsminister Pierre Maudet ärgert sich über das Ja der finanzschwachen Kantone.

Jene Kantone, die viel Geld in den Finanzausgleich zahlen, haben sich gegen die Beschränkung der Zuwanderung gestellt und die SVP-Initiative bachab geschickt. Dass strukturschwache Regionen, wie etwa der Kanton Bern, der Initiative zugestimmt haben, ärgert den Genfer Wirtschaftsminister Pierre Maudet im «SonntagsBlick»: «Jetzt nehmen uns ausgerechnet jene Kantone die Möglichkeit, Geld zu verdienen, denen wir es grosszügig geben.»

Er will sich zusammen mit Verbündeten aus Basel und Zürich dafür einsetzen, dass die Nein-Kantone bei den Kontingenten bevorteilt werden. «Wir brauchen ausländische Arbeitskräfte», sagt Maudet.

Der FDP-Politiker warnt in der «Schweiz am Sonntag»: «Genf zahlt 258 Millionen in den Finanzausgleich. Wenn es in fünf Jahren nur noch die Hälfte ist, schneiden sich Bern und Co. ins eigene Fleisch.»

Unterstützung erhält er vom Grünen Genfer Baudirektor Antonio Hodgers und vom ehemaligen Lausanner Finanzdirektor Pascal Broulis: Der grössere Teil der Kontingente solle an jene Kantonen gehen, «die offen für Ausländer sind und Reichtum und Wohlstand schaffen wollen», wie er in der «Schweiz am Sonntag» sagt.

Hodgers und Maudet sprechen denn auch nicht vom Röstigraben, sondern vom «Finanzausgleichsgraben». Für alt Nationalrat Hodgers ist klar: Die armen Kantone, die vom Erfolg reicher Kantone mit vielen Ausländern profitierten, würden künftig weniger Geld erhalten.

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