18.09.2014 18:19

UNO-Forscher

Weltbevölkerung steigt von 7,2 auf 12,3 Milliarden

Die Bevölkerung wächst und wächst, die Prognosen werden immer drastischer. Ein Team um einen UNO-Forscher hat nun nachgelegt. Besonders alarmierend sind die Zahlen für Afrika.

von
fee
Es wird voll auf der Erde.

Es wird voll auf der Erde.

Heute leben 7,2 Milliarden Menschen auf der Erde. Ende des Jahrhunderts werden es mit hoher Wahrscheinlichkeit bis zu 12,3 Milliarden sein. Das berichten Forscher um Patrick Gerland von den Vereinten Nationen (UN) in New York im Fachjournal «Science» nach der statistischen Auswertung von UN-Zahlen aus dem Jahr 2012.

Die Wissenschaftler unterzogen UNO-Zahlen aus dem Jahr 2012 neueren Methoden der Wahrscheinlichkeitsrechnung. Zudem bezogen sie jüngere Daten zu Aids im südlichen Afrika ein. Auf diese Weise werde die Prognose genauer, schreiben die Forscher. Sie haben berechnet, dass im Jahr 2100 mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit mindestens neun Milliarden Menschen auf der Erde leben.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass in Asien bereits zur Mitte des Jahrhunderts ein Höchststand erreicht sein wird. In Afrika soll sich die Bevölkerungszahl allerdings von heute rund einer Milliarde bis 2100 mehr als vervierfachen.

Viermal so viele Afrikaner

Den Hauptgrund sehen die Forscher in der hohen Geburtenrate. Sie sei zwar bereits auf 4,6 Kinder pro Frau gesunken. Auf anderen Kontinenten ist der Rückgang aber schneller gewesen, wie die Wissenschaftler schreiben. Deshalb seien mehr Bildung für Frauen und mehr Verhütungsmittel nötig.

Das Verhältnis von Beschäftigten zu Rentnern verschiebt sich laut Gerland und seinen Kollegen in vielen Ländern in Richtung der Alten. Demnach finanzieren in Deutschland derzeit 2,9 Beschäftigte einen Rentner - 2100 werden es nur noch 1,4 sein.

Noch stärkere Rückgänge erwarten die Statistiker für die USA (von 4,6 auf 1,9), China (von 7,8 auf 1,8), Brasilien (von 8,6 auf 1,5) und Indien (von 10,9 auf 2,3). In Nigeria soll die Quote von heute 15,8 auf 5,4 sinken.

Umwelt und Jobs gefährdet

Ihre Ergebnisse legen den Forschern zufolge einige wichtige Konsequenzen für die Politik nahe. «Schnelles Bevölkerungswachstum in Ländern mit hoher Geburtenrate kann eine Reihe von Herausforderungen mit sich bringen», schreiben sie.

So sei die Umwelt gefährdet, die wirtschaftlichen Bedingungen für die arbeitende Bevölkerung könnten schlechter werden und eine hohe Sterblichkeit von Müttern und Kindern sei wahrscheinlicher. Daneben bestehe die Gefahr aufkommender Unruhen und steigender Kriminalität.

(fee/sda)

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