Sabina Windmüller: Weltcup-Sieg für Schweizer Skispringerin
Aktualisiert

Sabina WindmüllerWeltcup-Sieg für Schweizer Skispringerin

Die Sarganserin Sabrina Windmüller gewann überraschend das Weltcupspringen der Frauen in Hinterzarten (De). Die 24-Jährige setzte sich mit einem Flug auf 100 Meter vor der Amerikanerin Lindsey Van (94 m) durch.

Sabina Windmüller (Mitte) sorgte in Hinterzarten für eine Sensation.

Sabina Windmüller (Mitte) sorgte in Hinterzarten für eine Sensation.

Positive Schlagzeilen waren diesen Winter aus dem SSC Toggenburg erwartet worden - allerdings durch Simon Ammann und nicht von Sabrina Windmüller. Die Sportstudentin sorgte nicht nur für ein überraschendes, sondern auch für ein historisches Ergebnis. Die Frauen tragen diesen Winter erstmals eine Weltcupserie aus. Bereits im zweiten Springen taucht eine Schweizerin in der Siegerliste auf.

Der Wettkampf in Deutschland litt unter den widrigen Bedingungen. Nach mehreren Unterbrechungen brach die Jury die Konkurrenz auf der Adlerschanze im zweiten Umgang nach acht Springerinnen ab. Sabrina Windmüller wurde als Siegerin ausgerufen und hielt einen Check über 3000 Schweizer Franken ausgehändigt. Sie hatte die vorteilhaften Aufwinde konsequent genutzt und distanzierte Van, die Weltmeisterin der WM-Premiere 2009 in Liberec sprang bei Rückenwind, um 0,8 Punkte. Die Auftaktsiegerin von Lillehammer, Sarah Hendrickson (USA) musste sich mit Rang acht begnügen.

Sabrina Windmüllers Sieg allein den äusseren Bedingungen zuzuschreiben, entspräche nicht den Tatsachen. Wie bei den Männern werden auch im Frauenskispringen die gröbsten Ungerechtigkeiten durch die Windregel kompensiert. Die Ostschweizerin hatte schon mehrmals angedeutet, dass sie das Potenzial für eine Top-Ten-Klassierung besitzt. Bei der Weltcup-Premiere in Lillehammer lag sie im ersten Umgang auf Platz 15, fiel aber nach einen missglückten Versuch noch auf Rang 31 zurück. Die Skispringerin und ihr Trainer Sven Arnold sprachen denn auch nicht vom besten Sprung der Saison. «Ich habe solche Flüge auch schon im Training gezeigt», betonte die 24-Jährige. Sie spüre, dass ihre Form immer besser werde, und sie sei von einer Klassierung in der erweiterten Spitze überzeugt gewesen.

«Die meisten Nerven brauchte ich im ersten Umgang. Ich wusste nie, ob nicht doch noch ein Neustart erfolgen würde», sagte Sabrina Windmüller. Schneefall und Wind hatten den Wettkampf immer wieder verzögert. «Als die Nachricht vom Sieg eintraf, war ich noch im Material-Container. Meine Regenerationsferien sind bereits jetzt bezahlt», scherzte die älteste der vier Windmüller-Geschwister.

Die Sarganserin durchlebt im Winter strenge Monate. Unter der Woche absolviert sie in Magglingen die Grundausbildung zur Sportlehrerin. An diesem Wochenende wäre in Andermatt ein Schneesportkurs geplant gewesen. Dieser wurde wegen der misslichen Wettersituation verschoben. Auch Hinterzarten stand ursprünglich nicht in der Agenda Windmüllers. Der Kurort im Schwarzwald sprang für Schonach ein. Am Sonntag findet in Hinterzarten ein weiteres Skispringen statt. (si)

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